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Das Sternbild Andromeda - Lat. Andromeda - Abk. And
Andromeda war die einzige Tochter des Königs Cepheus und seiner schönen und eitlen Königin Cassiopeia. Cassiopeia hielt sich und ihre Tochter für die schönsten und bemerkenswertesten Frauen, die auf Erden wandelten. Das verführte sie dazu, in aller Öffentlichkeit zu behaupten, dass sie beide schöner seien als jede der Nereiden. Das kam einer der Nereiden zu Ohren, und so nahm das Unglück seinen Lauf.
Die Nereiden waren die Töchter des Meergottes Nereus und seiner Gattin Doris. Die beiden hatten miteinander über 50 Töchter, und jede einzelne dieser Nereiden galt als der Inbegriff von Sexappeal und Liebreiz: In ihrer Gegenwart verloren Männer jeden Alters scharenweise den Verstand oder erlitten Herzinfarkte. Die Nereiden wussten über ihre Wirkung Bescheid, waren stolz darauf und duldeten keinerlei Konkurrenz. Eine von ihnen, Amphitrite, war mit Poseidon verheiratet. So zogen die Nereiden empört gemeinsam zu ihrem Schwager Poseidon und forderten ihn auf, dieser frechen Cassiopeia und ihrem blassen Flittchen von Tochter ein für allemal Manieren beizubringen. Daraufhin ließ Poseidon schließlich das riesige Seeungeheuer Cetus frei, das fortan die Küsten des Königreichs verwüstete und der Wirtschaft des Landes großen Schaden zufügte. Die Untertanen forderten den König auf, für Abhilfe zu sorgen. In seiner Not befragte der das berühmte Orakel des Zeus Ammon in Siwa, und das teilte ihm mit, dass er seine Tochter Andromeda mit Ketten an einen Küstenfelsen schmieden und dort dem Cetus opfern müsse, erst dann seien Poseidon und die Nereiden zu besänftigen. So ließ Cepheus seine einzige Tochter an einen Felsen der Küste schmieden. Blass stand sie da und erwartete stumm ihr furchtbares Schicksal. Das Ungeheuer hatte die Jungfrau schon erblickt und näherte sich in ungläubiger Vorfreude, um seine Zähne genüsslich in diesen leckeren Happen zu schlagen. Doch es kam anders. Zufällig kam der Held Perseus auf dem Nachhauseweg von seiner letzten Heldentat vorbei. Ovid schildert in seiner Erzählung, dass der die blasse und unbewegte Gestalt des Mädchens erst für eine Marmorstatue hielt. Wie er mit dem schüchternen unschuldigen Mädchen ins Gespräch kommt und sich bis über beide Ohren in sie verliebt, als er erkennt, wie schön und wie sanft und wie unschuldig sie ist. Wie er entschlossen sein von Hephaistos geschmiedetes Zauberschwert aus der Scheide zieht, wie er die Ketten durchtrennt, die Andromeda fesseln und wie er sprühend vor Zorn und Kraft über den verdutzten Cetus herfällt, das Untier mit mächtigen Hieben in Stücke hackt und Andromeda anschließend vom Fleck weg heiratet. Die beiden wurden ein glückliches Paar, Perseus gab an ihrer Seite sein Heldendasein auf und wurde ein glücklicher Familienvater. Sowas bekommt längst nicht jeder Held hin. Seit Jahrtausenden erinnern uns die Sternbilder Cepheus, Cassiopeia, Andromeda, Perseus und Cetus an diese Geschichte. Das Sternbild Andromeda ist größer als jedes der Sternbilder Cepheus, Cassiopeia, Perseus oder Orion. Unter den 88 Sternbildern nimmt es mit seiner Fläche von 722 Quadratgrad den 19. Rang ein. Doch da die hellen Sterne der Andromeda im südlichen Bereich des Sternbilds liegen und sein hellster Stern von den Beobachtern meist dem Sternbild Pegasus zugerechnet wird, nimmt man das Sternbild am Himmel nicht in seiner tatsächlichen Größe wahr. Im Süden grenzt Andromeda an die Sternbilder Dreieck, Fische und Pegasus. Im Westen liegt das Sternbild Eidechse. Im Norden grenzt es an Cassiopeia und im Osten an Perseus. Der hellste Stern ist mit 2,0 m Alpheratz (Alpha Andromedae). Alpheratz stellt die linke obere Ecke des Pegasusquadrats dar, daher wird er meist als Teil des Pegasus wahrgenommen, doch diese Wahrnehmung ist falsch. Alpheratz ist ein blauweißer Stern von 160 Sonnenleuchtkräften, ca. 100 Lichtjahre entfernt, das sind eine Billiarde Kilometer. Von Alpheratz aus zieht sich in östliche Richtung eine Kette aus drei hellen Sternen, die bei Betrachtung mit dem bloßen Auge das auffälligste Element dieses Sternbilds darstellen. Ca. 7° östlich von Alpheratz liegt der 3,3 m helle Delta Andromedae. Delta ist ein Roter Riese mit hundert Sonnenleuchtkräften in 160 Lichtjahren Entfernung. Ca. 8° östlich von Delta liegt der 2,1 m helle Mirach (Beta Andromedae). Mirach ist ein Roter Riese in 75 Lichtjahren Entfernung. Ca. 12,5° östlich von Mirach liegt der 2,2 m helle Alamak (Gamma Andromedae). Alamak ist ein heller Doppelstern, dessen beide Partner einen kräftigen Farbkontrast bilden, was man auch in kleinen Fernrohren sehr schön beobachten kann. Das bekannteste Objekt im Sternbild Andromeda ist die „Andromeda-Galaxie“ M31. Bei dunklem Himmel ist sie schon mit bloßem Auge sichtbar. Sie steht nahe beim 4,5m hellen Stern Ny Andromedae, der ca. 6,5° nördlich von Mirach zu finden ist. M31 überspannt am Himmel fast 4° und ist mit dieser Ausdehnung für das Gesichtsfeld üblicher Fernrohre viel zu groß. Daher kann man im Fernrohr nur den hellen Zentralbereich und die beiden Begleitgalaxien M32 und M110 beobachten. Bei sehr dunklem Himmel und mit einem lichtstarken Fernrohr niedriger Brennweite kann man im Okular auch Staubbänder der Spiralarme dieser Galaxie wahrnehmen. M31 liegt in einer Entfernung von 2,2 Millionen Lichtjahren, das sind ca. 22 Trillionen Kilometer. Wer im Sternbild Andromeda auch eine schwächere Galaxie sehen möchte, kann sein Fernrohr auf IC 404 richten. Diese 10m helle elliptische Galaxie steht sieben Bogenminuten nordwestlich von Mirach. Hier kann man sie bei dunklem, klarem Himmel und hoher Vergrößerung im Fernrohr ab vier Zoll sehen. Das Sternbild Andromeda bietet dem Beobachter mit Fernrohr den schönen Planetarischen Nebel NGC 7662. Man findet ihn ausgehend von Scheat (Beta Pegasi): Ca. 14° nördlich von Scheat stößt man auf den 3,6m helle Stern Omikron Andromedae. 6,3° östlich von Omikron Andromedae findet man den 4,5 m hellen Iota Andromedae. Zieht man in Gedanken eine Linie von Omikron nach Iota, trifft man von Omicron ausgehend nach zwei Dritteln dieser Strecke auf den 5,3 m hellen Stern 13 Andromedae. NGC 7662 steht 25 Bogenminuten südwestlich dieses Sterns. Der Nebel ist schon im Fernglas als blaues Sternchen zu erkennen, aber erst bei hoher Vergrößerung im Fernrohr sieht man, dass NGC 7662 ein blaugrün schimmernder, kugeliger Nebel ist. Er ist auch als der „blaue Schneeball“ bekannt. Ca. 4,5° südlich von Alamak kann man im Fernglas den Offenen Sternhaufen NGC 752 beobachten. Für die Beobachtung im Fernrohr ist NGC 752 zu groß. Er enthält über 80 Sterne und ist 1300 Lichtjahre von uns entfernt. |
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