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Das Sternbild Der Bärenhüter (Bootes) - Bootes - Abk. Boo
Das Sternbild Bärenhüter liegt zwischen den Sternbildern Jungfrau und Drache. Im Osten grenzt es an die Sternbilder Schlange, Nördliche Krone und Herkules. Im Westen grenzt es an die Sternbilder Haar der Berenice, Jagdhunde und Großer Bär. Der Bärenhüter gehört zu den Frühlingssternbildern.
Das Sternbild Bärenhüter gehört zu den 48 klassischen Sternbildern der Antike, schon im republikanischen Rom galt es als ein altes Sternbild. Homer erwähnt es in seiner Odyssee, Odysseus benutzte es nachts zur Navigation. Obwohl es das Sternbild schon seit weit über 3000 Jahren gibt, gibt es sehr unterschiedliche Erklärungen über das, was das Sternbild darstellt. Meist gilt der Bärenhüter als ein kraftvoller Mann, die mit seinen beiden Hunden Chara und Asterion den Großen Bären beständig auf seiner Bahn um den Himmelsnordpol antreibt. Diese Erklärung passt aber nicht zu dem alten Namen dieses Sternbilds. Der altgriechische Name des Sternbilds lautet "Bootes", was "Ochsentreiber" bedeutet. Der Name "Bärenhüter" stammt von Arktur (="Bärenhüter"), dem Namen des hellsten Sterns des Sternbilds. Der Name des Sterns wurde offensichtlich im Laufe der Zeit auf das gesamte Sternbild übertragen. Ein Ochsentreiber ist ein Mensch, der Zugochsen durch laute Rufe antreibt. Zugochsen wurden seit der frühen Antike für schwere Wagen und beim Pflügen eingesetzt. Die ältesten Beschreibungen zu dem Sternbild führen es auf den Halbgott Philomelos zurück, dem mythischen Erfinder des Erntewagens und des Ackerpfluges. Philomelos war ein Sohn der Göttin Demeter und des kretischen Prinzen Jasion. Demeter, ganz kraftvolle Göttin der Ackerfruchtbarkeit, gab sich dem Iasion auf einem frisch gepflügten Feld hin. Zeus beobachtete das Treiben der Beiden, geriet darüber in hellen Zorn und tötete Iasion auf der Stelle mit einem Donnerkeil. Neun Monate später brachte Demeter dann den kleinen Philomelos zur Welt. Den Schriften des römischen Schriftsteller Hyginus (ca. 200 n. Chr.) zufolge stellt das Sternbild den Ikarios dar. Der Gott Dionysos lehrte ihn die Kunst der Weinherstellung. Ikarios war ein gelehriger Schüler und von dem Ergebnis so begeistert, dass er seinen Wein gleich einigen durstigen, aber völlig ahnungslosen Hirten anbot. Die Hirten tranken den leckeren Wein gerne, aber als sie daraufhin zum ersten Mal in ihrem Leben einen Rausch erlebten, nahmen sie an, dass Ikarios sie vergiftet hätte. Deshalb schlugen sie Ikarios tot und verscharrten den Leichnam unter einer Tanne. Der treue Hund des Ikarios lief daraufhin zu dessen Tochter Erigone und führte die Ahnungslose winselnd an das frische Grab. Als Erigone darin den toten Ikarios entdeckte, erhängte sie sich voller Verzweiflung in der Tanne, und der Hund ertränkte sich in einem nahen Brunnen. Zeus versetzte Erigone als Sternbild Jungfrau, und den Hund des Ikarios als Sternbild Kleiner Hund an den Himmel. Auf den griechischen Dichter Hesiod (700 v. Chr.) geht zurück, dass der Bärenhüter den niemand anderes als Arkas darstellt, der ein unehelicher Sohn des Zeus mit der schönen Kallisto war. Als Zeus den Vater der Kallisto besuchte, wollten dessen Söhne prüfen, ob der merkwürdige Besucher tatsächlich der berühmte Zeus sei. Sie zerstückelten zu diesem Zweck heimlich den kleinen Arkas und ließen dem Zeus aus den Teilen eine Mahlzeit zubereiten. Als Zeus erkannte, was man ihm da als Essen vorsetzte, vernichtete er die bösartigen Brüder mit einem Blitz. Anschließend setze er seinen kleinen Sohn wieder zusammen, erweckte ihn zum Leben und brachte ihn bei den zuverlässigen Plejaden zur Pflege unter. Die schöne Kallisto war zwischenzeitlich von der eifersüchtigen Ehefrau des Zeus in eine pelzige Bärin verwandelt worden und flüchtete sich deshalb voller Scham in den Wald. Jahre später traf sie hier auf ihren Sohn Arkas, der mittlerweile zu einem kräftigen jungen Mann herangewachsen war. Arkas erkannte in dieser zutraulich brummenden Bärin seine Mutter jedoch nicht, sondern hielt sie für eine echte Bärin. Er begann, mit seinem Speer Jagd auf sie zu machen. Die arme Callisto floh voll Entsetzen in einen Tempel des Zeus, verfolgt von dem jagdlustigen Arkas. Das Betreten des Tempels war jedoch jedermann bei Todesstrafe verboten. Zeus rettete Arkas und seine Mutter vor dem sicheren Tod, indem er die beiden als Sternbilder Bärenhüter und Großer Bär an den Himmel versetzte. Unter den 88 Sternbildern des Himmels nimmt der Bärenhüter mit 908 Quadratgrad den 13. Rang ein. Es ist ein großes und markantes Sternbild, welches mehrere helle Sterne enthält. Der hellste davon ist Arktur, ein 0,0m heller Roter Riese, 36 Lichtjahren von uns entfernt. Arktur gehört zu den Halosternen unserer Milchstraße und kreuzt zurzeit die Galaktische Scheibe der Galaxis mit einer Relativgeschwindigkeit von 150 km/s. Die hellen Sterne im Bärenhüter zeigen am Himmel eine Anordnung in der Form einer Eistüte, an deren zum Horizont weisende Spitze Arktur steht. Das Sternbild Bärenhüter enthält viele schöne Doppelsterne. Izar (Epsilon Bootis) zeigt zwei verschiedenfarbige Partner in einem Winkelabstand von drei Bogensekunden, orange und blau. Im 19. Jahrhundert bekam er dafür den lateinischen Namen "Pulcherrima", was auf Deutsch "Die Schönste der Schönen" bedeutet. Ein weiterer 4,5 m heller Doppelstern ist 44 Bootis. Seine Partnersterne umkreisen einander alle 250 Jahre, zurzeit beträgt ihr gegenseitiger Winkelabstand 3 Bogensekunden. Der Schwächere der beiden Partner von 44Bootis ist seinerseits ebenfalls ein Doppelstern, allerdings mit einer Umlaufzeit von weniger als 6,5 Stunden, wobei es regelmäßig zu gegenseitigen Bedeckungen der Partner und dadurch zur Abschwächung der Sternhelligkeit kommt. Xi Bootis ist ein 4,5 m heller Doppelstern, er liegt 8,5° östlich von Arktur, seine beiden ungleich hellen Partner erscheinen rötlich. Weitere lohnende Doppelsterne sind My Bootis und Pi Bootis. My Bootis ist ein visueller Doppelstern, seine beiden Partner sind nicht physisch aneinander gebunden und stehen von der Erde aus gesehen nur zufällig in derselben Richtung. Die beiden Partner von Pi Bootis sind blau und weiß und stehen in einem Abstand von 6 Bogensekunden voneinander. Zieht man von Arktur eine Linie zu Cor Caroli in den Jagdhunden, findet man östlich der Mitte dieser Linie mit dem Fernglas einen kleinen, rundlichen Nebelfleck. Im Fernrohr entpuppt sich dieser Fleck als der helle Kugelsternhaufen M3. In Fernrohren ab fünf Zoll Öffnung kann man die Randbereiche von M3 bei Vergrößerungen ab 100fach und bei guter Luftruhe in zahlreiche Einzelsterne aufgelöst sehen. |
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