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Das Sternbild Kleiner Delphin - Lat. Delphinus - Abk. Del
Dieses Sternbild gehört zu den kleinsten Sternbildern. Es liegt zwischen den Sternbildern Adler, Wassermann, Pegasus, Füchslein und Pfeil und ist schon seit der frühen Antike bekannt.
Darüber, wie der Delfin an den Himmel kam, kursieren zwei Geschichten: In der ersten hatte sich Poseidon als frischgebackener Gott des Meeres auf Brautschau begeben. Sein suchendes Auge fiel auf Amphitrite, die schöne, junge Tochter des Nereus, und "Amors Pfeil" traf ihn: Er verliebte sich. Leider schoss Amor keinen Liebespfeil auf Amphitrite ab, und so war die Zuneigung zunächst eine sehr einseitige Angelegenheit. Während Poseidon von ihrer zarten Haut und ihren schönen Augen hingerissen war, fand Amphitrite Poseidon mit seinen ständig nasskalten Händen und seinem typischen Aroma aus Tang und altem Fisch nicht attraktiv. Sie ließ den armen Poseidon daher abblitzen und floh zu ihren Schwestern. Der verzweifelte Poseidon sandte Boten zu ihr, die für ihn sprechen sollten. Unter diesen war auch ein Delfin, und der schaffte es, Amphitrite behutsam davon zu überzeugen, dass ein Gott, der über so etwas Freundliches wie einen Delfin bestimmen konnte wohl auch eine Menge Gutes an sich haben müsse. Und so wurde Amphitrite die Gattin von Poseidon, und der versetze den Delfin dankbar an den Sommersternenhimmel. In der anderen Geschichte wird von dem berühmten Musiker und Dichter Arion berichtet, der im 7. Jahrhundert lebte. Arion war mit dem Schiff unterwegs zu einem Konzert und hatte eine Menge Geld aus seinen Gagen bei sich. Die Matrosen des Schiffes erfuhren davon und beschlossen, Arion auszurauben und ihn als lästigen Zeugen nachts ins Meer zu werfen. Der wehrlose Arion erfuhr davon und bat nur darum, ein letztes Lied singen zu dürfen. Nachdem er das gesungen hatte, warfen ihn die Matrosen mit hämischem Grinsen über Bord. Mit dem Lied hatte Arion eine Gruppe von Delfinen angelockt, und diese Delfine retteten Arion und brachten ihn sicher an Land. Er erstattete dort Anzeige, die Räuber wurden darauf gefasst und hingerichtet, und die Geschichte von der wunderbaren Rettung des Arion durch Delfine machte die Runde. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde das Sternbild Delfin geschaffen. Das Sternbild Delfin besteht im Wesentlichen aus einem kleinen Rhombus aus vier ziemlich schwachen Sternen, an dessen südlicher Spitze eine nach Süden gerichtete Sternenkette ansetzt. Der kleine Rhombus besteht aus den Sternen Sualocin (Alpha Delphini), Rotanev (Beta Delphini), Gamma Delphini und Delta Delphini und stellt den Körper des munter springenden Delfins dar. Die Sternenkette aus den Sternen Zeta Delphini, Eta Delphini und Epsilon Delphini repräsentiert den Schwanz des Delfins. Die Sternennamen "Sualocin"' und "Rotanev" wurden im 19. Jahrhunderts durch den Assistenten des Astronomen Piazzi am Observatorium in Palermo definiert. Seine Namensgebung wurde in der Astronomie akzeptiert und bürgerte sich ein. Dieser Assistent hieß Niccolo Cacciatore. Liest man "Sualocin" rückwärts, wird daraus "Nicolaus", liest man "Rotanev" rückwärts, wird daraus "Venator". "Nicolaus Venator" ist die lateinische Übersetzung des italienischen Namens "Niccolo Cacciatore". Dies ist der einzige Fall, wo ein Astronom es geschafft hat, einen mit bloßem Auge sichtbaren Stern zu seinen Lebzeiten erfolgreich nach sich selbst zu benennen. Gamma Delphini ist ein auffälliger Doppelstern. Die beide ungleich hellen Partner stehen in 10 Bogensekunden Abstand voneinander und zeigen einen merklichen Farbkontrast: Gamma1 erscheint orange, Gamma2 weiß. 15 Bogensekunden südwestlich von Gamma Delphini liegt im selben Feld zusätzlich der Doppelstern Struve 2725. Das kleine Sternbild enthält zwei kleine Kugelsternhaufen. NGC 6934 liegt 4°südlich von Epsilon Delphini. Er ist im kleinen Fernrohr ab 3 Zoll sichtbar, wird aber erst in Fernrohren ab 8 Zoll Öffnung teilweise in Einzelsterne aufgelöst. Der zweite Kugelsternhaufen heißt NGC 7006, er liegt 3,5° östlich von Gamma Delphini. Man benötigt ein Fernrohr ab 6 Zoll Öffnung, um ihn zu sehen, denn NGC 7006 ist über 120000 Lichtjahre entfernt und gehört zu den am weitesten entfernten Kugelsternhaufen in unserer Milchstraße. |
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