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Das Sternbild Drache - Lat. Draco - Abk. Dra

Sternbild Drache


Das Sternbild Drache gehört zu den klassischen Sternbildern der griechischen Antike. Es stellt den Drachen Ladon dar, den Hera zur Bewachung des Baumes mit den goldenen Äpfeln angeschafft hatte. Zeus hatte ihr das Apfelbäumchen nämlich zur Hochzeit geschenkt. Diese Äpfel waren kostbar und begehrt, selbst die sonst so ehrlichen Hesperiden konnten der Versuchung, goldene Äpfel vom Baum zu stehlen kaum widerstehen. Daher wurde Ladon als Verstärkung der Hesperiden um diesen Baum gelegt. Der feurige Drache erwies sich als ein zuverlässiger Wächter, aber Herkules, der den Auftrag erhielt, die goldenen Äpfel zu stehlen, erschoss Ladon aus sicherer Entfernung mit Giftpfeilen. Die waren so giftig, dass später sogar die Fliegen, die über die blutenden Pfeilwunden liefen, an dem Gift starben.
Hera versetzte voll Trauer den toten Ladon auf ewig an den Himmel. Direkt neben dem Drachen finden wir dort das Sternbild Herkules, und Herkules stemmt noch heute seinen Fuß auf den Kopf des von ihm getöteten Drachen.

Das Sternbild Drache ist das achtgrößte Sterbild am Himmel und ist für Mitteleuropa ist es zirkumpolar. Der Drache ist daher von unseren Breiten das ganze Jahr über zu sehen. Trotzdem wird es eher selten beobachtet. Das mag daran liegen, dass die benachbarten Sternbilder Herkules und Leier mit ihren bekannten Objekten die Beachtung der Beobachter stärker auf sich ziehen. So wird der Drache schlichtweg übersehen. Das hat er sicher nicht verdient.

Der Kopf des Drachen wird durch ein markantes Dreieck aus den drei hellen Sterne Rastaban (Beta Draconis), Etanin (Gamma Draconis) und Grumium (Xi Draconis) gebildet. Wir finden es nördlich der Leier auf einer Deklination von 50°. Von dort aus erstreckt sich der schlanke Leib des Drachen als lange, gewundene Sternenkette um den kleinen Bären. Vom Kopf des Drachen zieht sie sich zunächst mit den Sternen Altais (Delta Draconis) und Tyl (Epsilon Draconis) nach Norden, neigt sich dann in einem Bogen mit den Sternen Chi, Eta, Zeta und Jota nach Südwesten, steigt dann wieder über Thuban (Alpha Draconis), Kappa und Lambda Draconis zu nördlicheren Breiten auf, um schließlich unweit des Himmelsnordpols zu enden.
br> Den 3,6 m hellen Thuban finden wir auf der Mitte der Verbindungslinie von Mizar (Zeta Ursae Majoris) und Pherkad (Gamma Ursae Minoris).Vor 4800 Jahren stand er jedoch an der Position des nördlichen Himmelspols. Aufgrund der Präzession der Erdachse hat Thubans Position seitdem einen Abstand von 26° vom Himmelspol erreicht. Aus der Grabkammer der Cheopspyramide führt ein enger, gerader Lichtschacht, der noch heute auf die Stelle am Himmel zeigt, wo Thuban vor 4800 Jahren stand: So alt ist die Astronomie!

Das Sternbild Drache liegt abseits der Milchstraße und der Ekliptik. Beobachtungen in diesem Sternbild können weder durch Sternwolken und Dunkelwolken der Milchstraße noch durch andere helle Objekte wie Mond und Planeten gestört werden. Der Drache ist somit für "Deep-Sky"-Beobachtungen ideal: ein Betätigungsfeld für Galaxienjäger.
Die Galaxis M102 ist eine der Bekanntesten. Wir finden sie ca. 4° südwestlich von Iota Draconis, sie erscheint im Fünfzöller als kleine, spitzovale Spindel mit zentraler Aufhellung. Die "Edge-on"-Galaxis NGC5907 finden wir unweit von M102 als 8 Bogenminuten lange, schmale Lichtnadel im Fünfzöller. Sie liegt 3° südsüdwestlich von Iota. Die ovale Galaxis NGC6503 finden wir auf der Verbindungslinie der Sterne Chi und Zeta Draconis bei der Deklination von 70°. Sie erscheint im Dreizöller als unregelmäßig ovaler Lichtfleck von 5 Bogenminuten Länge. Ein Fernrohr ab 5 Zoll Öffnung zeigt sie größer und macht auch den 3 Bogenminuten großen Kern erkennbar.
Sehr schön ist auch der Planetarische Nebel NGC6543. Im Fernglas erscheint er als schlichtes, blaugrünliches Sternchen. Erst die hohe Vergrößerung mit dem Teleskop zeigt den vermeintlichen "Stern" als hellen, blauen planetarischen Nebel von ovaler Form mit scharf begrenztem Rand, viel heller als der allseits bekannte, schlichtere und viel öfter beobachtete Ringnebel in der Leier. Wir finden NGC6543, der auch als "Katzenaugennebel" bekannt ist, ca. 3° östlich der Verbindungslinie von Chi nach Zeta Draconis, bei einer Reaktension von 16:00 und einer Deklination von 66°38'. Zum Aufsuchen sollte man ein Fernrohr einsetzen, denn im Sucher ist dieser planetarische Nebel zwar zu sehen, ist aber von einem normalen Stern nicht zu unterscheiden. Wer ein lichtstarkes Fernrohr zur Verfügung hat, kann im Drachen eine große Zahl von Galaxien beobachten, wenn der Himmel klar und dunkel ist.

Aber auch ein hübscher Doppelstern sei dem Beobachter empfohlen: Omicron Draconis. Dieser 4,5 m helle Stern finden wir ca. 8,5° südwestlich von Delta Draconis. Die beiden Partner stehen in einem Abstand von 34 Bogensekunden voneinander und sind orange und blau. Omikron ist ein visueller Doppelstern. Die beiden Sterne kreisen nicht umeinander, sondern stehen lediglich zufällig von uns aus gesehen am Himmel in derselben Richtung.

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