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Das Sternbild Einhorn - Lat. Monoceros - Abk. Mon
Das Einhorn ist ein mythologisches Tier, das schon seit Jahrtausenden die Phantasie der Menschen beschäftigt. Man stellte sich das Einhorn als einen unzähmbaren und schnellen Schimmel vor, voll Schönheit und anmutiger Kraft, der auf seiner Stirn ein langes, gerades Horn aus gewundenem Elfenbein trug.
Derartige Hörner kamen ab und zu in den Handel. Sie stammen aber nicht von Einhörnern, sondern sind die Stoßzähne von männlichen Narwalen. Dies ist seit langem bekannt, die populäre Idee vom Einhorn hat es aber nicht verändert. Wie kam das Einhorn an den Himmel? Auch hier war es die Entdeckung des Fernrohrs, welche im leeren Himmelsareal zwischen Orion, den Zwillingen, dem Großen Hund, der Hydra und dem Achterschiff der Argo eine Vielzahl schwacher Sterne zeigte, die außerhalb dieser klassischen Sternbilder lagen. Wenn man die Position dieser Sterne angeben wollte, brauchte man ein neues Sternbild. Der holländische Astronom Peter Plancius definierte daher für dieses Himmelsareal ein Sternbild, das er "Monoceros" (Einhorn) nannte. 1624 erschien das Einhorn als lateinisches "Unicorn" erstmals auf der neuen Himmelskarte von Jakob Bartsch, dem Schwiegersohn von Johann Kepler. Die Idee zu dem Namen "Einhorn" für ein Sternbild ist aber älter, denn dieser Name taucht schon in älteren astronomischen Schriften ab 1564 auf. Der Astronom Josef Scaliger, bekannt als der Erfinder des Julianischen Datums, soll ein Sternbild Einhorn bereits 1607 von einem persischen Himmelsglobus bekannt gewesen sein. Um 1690 war das Sternbild Einhorn (griechisch: "Monoceros", lateinisch: "Unicornus") endgültig in der astronomischen Wissenschaft eingeführt. Am Himmel nimmt das Sternbild Einhorn eine Fläche von 482 Quadratgrad ein. Es ist damit flächenmäßig deutlich größer als die Sternbilder Großer Hund, Kleiner Bär, oder Leier. Das Sternbild enthält jedoch nur lichtschwache Sterne. Alpha Monocerotis ist nur 3,93 m hell, Beta Monocerotis bringt es auf lediglich 3,8 m und Gamma Monocerotis ist 3,98m hell. Ein Einhorn vermag man am Himmel aus der Anordnung der Sterne dieses Sternbilds nicht zu erkennen. Unter dem aufgehellten Stadthimmel ist das Sternbild in der Regel nicht wahrnehmbar. Warum sollte man da dem Sternbild Einhorn Beachtung schenken? Das Sternbild enthält schöne Doppelsterne. Beta ist ein Dreifachsystem, von dessen Anblick schon Wilhelm Herschel begeistert war. Der Stern 15 Monocerotis besteht aus sechs bläulichen Komponenten, und Epsilon ist ebenfalls ein markanter Doppelstern, ein Partner ist gelb, der andere ist bläulich. Doppelsterne sind auch die Sterne 14 Monocerotis, Delta Monocerotis, 24 Monocerotis und Zeta Monocerotis. Letzterer enthält mehrere orange Komponenten. Das Sternbild liegt mitten in der Milchstraße und ist reich an Offenen Sternhaufen, Reflexionsnebeln, Gasnebeln und Sternentstehungsgebieten. Empfehlenswerte Objekte sind der ausgedehnte Rosettennebel, der Konus-Nebel in NGC 2264, Hubble´s Veränderlicher Nebel (NGC 2261), und die Offenen Sternhaufen NGC 2244, M50, NGC 2301, NGC 2232 und NGC 2506. Der Rosettennebel ist ein ausgedehnter, ringförmiger Gas- und Staubnebel von ca. 30 Bogenminuten Durchmesser. In Teleskopen ist in der Regel nur der in den Nebel zentral eingebettete Sternhaufen NGC 2244zu sehen. Fotografien zeigen jedoch die ausgeprägte H-Alpha-Emission der Nebels, dessen Masse auf 10000 Sonnenmassen geschätzt wird. Der Konus-Nebel entsteht durch den Schattenriss einer Staubwolke im Feld eines heißen Sterns an der "Spitze" des Offenen Sternhaufens NGC 2264. Dieser Sternhaufen ist auch als der "Weihnachtsbaumsternhaufen" bekannt, weil er im Fernrohr wie ein in der Nacht leuchtender Weihnachtsbaum erscheint. Hubble´s Veränderlicher Nebel NGC2261 ist ein Reflexionsnebel, der seine Form innerhalb von Tagen verändern kann. Er befindet sich um den Veränderlichen Stern R Monocerotis. M50 ist ein heller Offener Sternhaufen, den man einfach auffinden kann. Er liegt von Sirius aus gesehen nach einem Drittel der Strecke auf der Linie von Sirius nach Procyon. Charles Messier nahm ihn 1772 in seine Liste von Nebeln auf. Der Offene Haufen NGC 2301 liegt 5° westlich von Delta Monocerotis. Ca. 2,5° nördlich von Beta Monocerotis liegt NGC 2232. Der reiche Offene Haufen NGC 2506 liegt ca. 5° östlich von Alpha Monocerotis. Das Sternbild Einhorn über ein Dutzend Offener Sternhaufen, die bei dunkler, klarer Nacht beobachtet werden können. |
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