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Das Sternbild Eridanus - Lat. Eridanus - Abk. Eri
Das Gebiet des Sternbilds Eridanus liegt am Himmel zwischen den Sternbildern Orion, Stier, Walfisch und Fornax. Es ist ein unauffälliges Sternbild aus relativ lichtschwachen Sternen. Schaut man auf das Sternbild, wandert der Blick unweigerlich von diesem Sternbild weg, nach Osten zum Orion, nach Norden zum Stier mit den Plejaden, oder nach Westen zu den Sternen des Walfischs. Das Sternbild Eridanus wird daher von Beobachtern übersehen.
Unauffällige Sternbilder stammen meist aus der Zeit nach der Erfindung des Fernrohrs. Nicht so das Sternbild Eridanus. Es ist seit der frühen Antike bekannt. Eridanus ist ein mythischer Fluss, in welchem Eridanus, der sterbliche Sohn des Sonnengottes Helios sein Ende fand. Helios erlaubte Eridanus, den Sonnenwagen mit der feurigen Sonne darauf über den Himmel zu fahren. Dem unerfahrenen Jungen gingen bald die Pferde des Sonnenwagens durch, das feurige Gefährt kam dadurch von seinem Weg ab und den Wäldern und Feldern der Erde zu nahe, welche durch die Glut der Sonne weithin Feuer fingen. Zeus bemerkte dies und schleuderte voller Zorn einen tödlichen Blitz auf den Wagen mit dem unglücklichen Eridanus darin. Der Wagen stürzte mit den Pferden ins Meer, und Eridanus stürzte lichterloh brennend in einen Fluss. Seine Schwestern zogen den verkohlten Leichnam aus dem Wasser und nannten den Fluss nach ihrem toten Bruder Eridanus. Ihre Tränen wurden zu Bernstein, sie selbst wurden in ihrer Trauer in Schwarzpappeln verwandelt, die seitdem am Flussufer stehen. Ob das Sternbild Eridanus jemals einen wirklichen Fluss repräsentieren sollte, ist unklar. Römische Schriftsteller bezeichnen den Po, ägyptische den Nil, griechische den Euphrat als die eigentliche Vorlage für das Sternbild. Findige Altphilologen haben die Eider als den antiken Eridanus vorgeschlagen. Vermutlich kommt die Idee zu dem Sternbild Eridanus jedoch aus dem Zweistromland. Denn der Walfisch stemmt seine bekrallten Vorderbeine auf das Westufer des Eridanus, und dieser Walfisch ist eine Schöpfung der mesopotamischen Mythologie. Das Sternbild Eridanus erscheint am Himmel als lang gezogene, gewundene Kette aus vorwiegend 4m und 5m hellen Sternen, die nahe bei Rigel im Orion am Stern Cursa (Beta Eridani) beginnt und sich zunächst nach Westen bis Omicron 1 Eridani wendet. Von hier geht es Richtung Ost bis Sceptrum und dann über Zaurak (Gamma Eridani), Rana (Delta Eridani), Zibal (Zeta Eridani) nach Westen bis Azha (Eta Eridani). Von dort wendet sie sich über Tau 1, Tau 2 und Tau 3 Eridani nach Süden, dann über Tau 4, Tau 5, Tau 6 und Tau 8 Eridani nach Osten, von Ypsilon 1 Eridani an wieder nach Süden, und hier verschwindet sie im Horizontdunst. In der Antike hörte das Sternbild Eridanus bei Theta Eridani auf, der damals Achernar (= "Ende des Flusses") hieß. Heute heißt Theta Eridani nicht mehr Achernar, sondern "Acamar". Als portugiesische Seefahrer auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien in Richtung Süden segelten, entdeckten sie dort am Himmel unterhalb des Eridanus auf 57° südlicher Breite einen 0,5m hellen Stern. Kurzerhand verlängerten sie das Sternbild Eridanus bis zu diesem Stern (Alpha Eridani), auf den so der Name "Achernar" überging. Das Sternbild Eridanus ist eines der größten Sternbilder unseres Himmels. Mit seiner Fläche von 1168 Quadratgrad ist doppelt so groß wie der Orion. Was kann man in diesem großen, unauffälligen Sternbild Eridanus entdecken? Es gibt zahlreiche Doppelsterne, einen Weißen Zwerg, einen nahen Nachbarn unserer Sonne, einen schönen Planetarischen Nebel und für Besitzer lichtstarker Fernrohre Dutzende schwacher Galaxien. Schöne Doppelsterne im Eridanus sind Zaurak (Gamma Eridani), 66 Eridani, Chi Eridani, Tau 4 Eridani, Lambda Eridani, 55 Eridani und Omikron 2 Eridani. Betrachtet man Omicron 2 Eridani genau, ist einer der Doppelsternpartner seinerseits ein enger Doppelstern, der aus einem Roten Zwerg und einem Weißen Zwerg besteht. Dieser Weiße Zwerg ist der einzige Weiße Zwerg, der mit kleinen Amateurteleskopen beobachtet werden kann. Er ist doppelt so groß wie die Erde und 16 Lichtjahre von uns entfernt. NGC 1535 ist ein kleiner Planetarischer Nebel von bläulicher Farbe, mit einem Durchmesse von ca. 20 Bogensekunden, ca. 4° östlich von Zaurak gelegen. Bei höherer Vergrößerung ist in dem ringförmigen Nebel der darin eingebettete 11,5 m helle Zentralstern erkennbar. Der Ring erscheint hierbei an seiner Innenkante heller. Die kleine Galaxis NGC 1084 ist ca. 3° westnordwestlich von Azha aufzufinden. Man braucht hierfür ein Fernrohr ab vier Zoll Öffnung, eine mondlose, klare Nacht, und etwas Geduld. Die Galaxie NGC 1232 finden wir im Achtzöller ca. 3° westnordwestlich von Tau 4 Eridani. |
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