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Das Sternbild Großer Bär - Ursa Maior - Abk. UMa
Der Große Bär ist eines der bekanntesten Sternbilder. Dennoch kennen viele von dem Sternbild eigentlich nur den Namen. Wohl jeder kennt den "Großen Wagen", diese markante Anordnung von sieben Sternen am nördlichen Sternenhimmel, welche die Lage des Sternbilds Großer Bär angibt. Diese sieben Sterne stellen einen Wagenkasten mit einer nach unten gebogenen Deichsel dar. In den USA wird dieselbe Sternenanordnung "The big dipper" genannt "der große Schöpflöffel". In England nennt man sie seit alters her "Charles waine", in Irland "Davids Charriot". In China sah man in ihnen den Himmelspalast des Shou Lao, des Gottes der Langlebigkeit. Im Nahen Osten interpretierte man die sieben Sterne als einen Pflug mit vier Ochsen.
Diese sieben jedermann bekannten Sterne sind tatsächlich nur ein kleiner Teil des Sternbilds Großer Bär. Wenn man sich das Sternbild auf einer Sternkarte anschaut, erkennt man, dass diese Sterne den Schwanz und das Hinterteil des Großen Bären darstellen. Und die Sternkarte bietet bei genauer Betrachtung eine weitere Überraschung: Auf ihr heißt das Sternbild "Ursa Major". Das heißt auf Deutsch übersetzt: "Die große Bärin". Womit wir zweifelsfrei erkennen: Der Große Bär ist in Wirklichkeit eine "Sie". Das Sternbild ist schon seit der griechischen Antike bekannt. Es stellt die schöne Callisto dar, eine der Geliebten des Zeus. Callisto war eine schöne Priesterin der Göttin Artemis und zur Keuschheit verpflichtet. Zeus nahm darauf keine Rücksicht, und so wurde Callisto von ihm schwanger. Aufgrund ihrer Schwangerschaft wurde sie von Artemis aus ihrem Priesteramt verjagt, und dadurch wurde das Verhältnis des Zeus mit Callisto auch Hera offenbar, der rachsüchtigen Gattin des Zeus. Hera verwandelte Callisto voller Ingrimm in eine plumpe, haarige Bärin, um sie so für Zeus möglichst unattraktiv zu machen. Anschließend machte Hera Artemis auf die gute Gelegenheit aufmerksam, eine prächtige Bärin zu erlegen, und die jagdlustige, aber ahnungslose Artemis tötete Callisto mit einem ihrer unfehlbaren Pfeile. Zeus fand die tote Bärin, erkannte darin seine Callisto und versetzte sie voll Trauer an den Himmel nahe dem Himmelspol, wo ihr Sternbild niemals untergehen würde. Der Große Bär und der Kleine Bär sind die einzigen Bären mit Schwanz (Ovid erklärte die Schwänze dieser Sternbilder damit, dass Zeus diese Bären an ihren Schwänzen gepackt und mit gewaltiger Kraft in den Himmel so geschleudert habe, dass die Schwänze infolge der Krafteinwirkung dauerhaft in die Länge gezogen wurden). Mit seiner Fläche von 1280 Quadratgrad ist das Sternbild Großer Bär das drittgrößte Sternbild am Himmel. Es ist als zirkumpolares Sternbild von Mitteleuropa aus ganzjährig zu sehen. Es steht im April im Zenit. Der Große Bär enthält erstaunlich viele helle Sterne. Der hellste ist Dubhe (Alpha), ein Roter Riese mit 1,8m. Dubhe ist der hintere obere Kastenstern im Wagenkasten des Großen Wagens. 5,3° unterhalb von Dubhe liegt der 2,4m helle Merak (Beta). Ca. 7° östlich von Merak finden wir den 2,4m hellen Phekda (Gamma), und 4,5° nordöstlich von Phekda finden wir den 3,3m hellen Megrez (Delta). Megrez bedeutet "Schwanzwurzel", denn hier beginnt der Schwanz des Bären. Dubhe, Merak, Phekda und Megrez bilden den Kasten des "Großen Wagens". Zieht man eine Linie von Merak durch Dubhe und verlängert sie um das Fünffache, stößt man auf den Polarstern. Die Deichsel des "Großen Wagens" wird durch drei Sterne gebildet. Alioth (Epsilon) ist mit 1,8m der hellste Deichselstern, und steht von den Deichselsternen am nächsten zu Megrez. Der mittlere Deichselstern ist der 2,3m helle Mizar (Zeta). Mizar ist ein schöner Doppelstern, dessen Partner im Abstand von 14 Bogensekunden voneinander stehen. In elf Bogenminuten Abstand von Mizar steht der 4,2m helle Alkor, den man auch als den "Augenprüfer" bezeichnet. Der letzte Deichselstern ist er 1,9m helle Benetnash (Eta). Von den sieben Sternen des Großen Wagens gehören fünf (Merak, Phekda, Megrez, Alioth und Mizar) zu einer viel größeren Gruppe von Sternen, die sich gemeinsam in der gleichen Geschwindigkeit und Richtung durchs All bewegen. Diese Sterngruppe wird als der "Bärenstrom" bezeichnet, zu diesem Sternenstrom gehören auch Gemma, Sirius, Ras Alhague, Zosma, Menkalinan sowie zahlreiche schwächere Sterne. Unsere Sonne kreuzt auf ihrer Bahn um das Zentrum der Galaxis seit vielen Jahrtausenden diesen lockeren Strom aus Sternen. Wenn man die Figur des Großen Bären am Himmel erfassen will, muss man von Megrez nach Dubhe eine Linie ziehen und die Länge dieser Linie über Dubhe hinaus verdoppeln. Man kommt so zu den 3,0 m hellen Sternen Tau Ursae Majoris und 23 Ursae Majoris. Die stellen die Augen des Großen Bären dar. Verlängert man die Linie weiter, gelangt man zum 3,4m hellen Omikron Ursae Majoris, der die Nasenspitze des Bären markiert. Zieht man von Megrez eine Linie durch Merak und verlängert sie über Merak hinaus, gelangt man zum 3,2m hellen Theta Ursae Majoris und weiter zu dem Sternenpaar Talitha und Kappa. Die Sterne Theta Ursae Majoris, Talitha (Iota Ursae Majoris) und Kappa Ursae Majoris bilden die Vorderpranke. Zieht man von Megrez eine Linie zu Phekda und verlängert sie über Phekda bis zum 3,0m hellen Psi, so bildet Psi mit dem Sternenpaar Tania Borealis (Lambda Ursae Majoris) und Tania Australis (My Ursae Majoris) die Hinterpranke. Das Sternbild Großer Bär enthält viele Galaxien. Zieht man eine Linie von Phekda nach Dubhe und verdoppelt ihre Länge über Dubhe hinaus, trifft man auf die Galaxien M81 und M82, sie sind in Fernrohren ab 3 Zoll Durchmesser gut zu sehen und 12 Millionen Lichtjahre entfernt. Auf der Linie von Theta nach Talitha findet man näher bei Theta die Spiralgalaxis NGC 2841. Dicht bei Tania Australis liegt die Spiralgalaxis NGC 3184. Zieht man eine Linie von Merak nach Phekda, findet man nach einem Viertel der Strecke dicht bei der Linie außerhalb des Wagenkastens die Galaxis M108 (NGC 3556). Ist der Himmel dunkel und klar, kann man mit lichtstarken Teleskopen im selben Feld auch den Planetarischen Nebel M97 beobachten, der allgemein als der "Eulennebel" bekannt ist. Verlängert man die Linie über Phekda hinaus, stößt man dicht hinter Phekda auf die Galaxis M109 (NGC 3992). Nimmt man Mizar und Benetnash als zwei Eckpunkte eines gleichseitigen Dreiecks, liegt außerhalb der Deichsel an der Position des dritten Eckpunkts dieses gleichseitigen Dreiecks die Spiralgalaxis M101. Diese Galaxis ist sehr ausgedehnt und hat deshalb eine sehr geringe Flächenhelligkeit. Man kann sie daher nur unter sehr guten Beobachtungsbedingungen (klarer, dunkler Himmel, lichtstarkes Teleskop mit großem Öffnungsverhältnis) erfolgreich beobachten. |
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