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Das Sternbild Hase - Lat. Lepus - Abk. Lep

Sternbild Hase


Das Sternbild Hase liegt unmittelbar südlich des Orion. Es ist seit der griechischen Antike bekannt. Wie der Hase zu den Füßen des Orion an den Himmel kam, ist jedoch nicht mehr eindeutig zu klären.

Der römische Astronom Huyginus gibt an, dass die Hasenjagd eine Leidenschaft des Orion gewesen sei und man dem großen Jäger Orion deshalb einen Hasen an den Himmel mitgegeben habe.
Andere antike Autoren führen das Sternbild Hase auf die Geschichte der Hasen von Leros zurück. Leros ist eine ägäische Insel, auf der es keine Hasen gab, bis ein Besucher eine trächtige Häsin mit auf die Insel brachte. Den Inselbewohnern gefiel die Häsin sehr, und so kam die Hasenhaltung auf Leros in Mode. Binnen weniger Jahre vermehrten sich die Hasen auf Leros so stark, dass sie die kleine Insel praktisch kahl fraßen. Nur durch eine intensive Bejagung ihrer Hasen konnten die Inselbewohner die vollständige Vernichtung ihrer Ernte und eine dadurch drohende Hungersnot abwenden. Als allgemeine Warnung vor der gefährlichen Fruchtbarkeit der Hasen soll daraufhin der Hase an den Sternenhimmel versetzt worden sein.
In Indien gibt es eine andere Erklärung für das Sternbild Hase. Indra, der mächtige Gott des Krieges, verkleidete sich als Bettler, um so die Wesen der Erde zu prüfen. Er traf auf einen Gruppe von drei Tieren: einen Hasen, einen Affen und einen Fuchs. Der Hase war aber tatsächlich niemand anderes als Buddha selbst, in einer Inkarnation als Hase.
Indra war hungrig und bat die drei Tiere um etwas Essbares. Die hatten nichts, aber der Hase entzündete rasch ein Feuer und warf sich selbst in die Glut, um sich Indra als Speise anzubieten. Indra versetzte den selbstlosen Hasen daraufhin voller Dankbarkeit an den Himmel.
In Ägypten sah man in dem Sternbild keinen Hasen, sonders das kleine Boot des Osiris, in dem dieser jährlich einmal den Nil befuhr. Später wurden die vier hellsten Sterne des Sternbildes als vier Kamele gedeutet, die am Himmel gemeinsam nach Westen zu ihrer Tränke am Fluss Eridanus ziehen.

Das Sternbild Hase nimmt am Himmel eine Fläche von 290 Quadratgrad ein. Sortiert man die Liste der 88 Sternbilder nach ihrer Größe, nimmt der Hase in dieser Liste die Position Nr. 51 ein. Das Sternbild Hase ist ein kleines Sternbild.
Der Hase ist ein gut getarntes Tier. Wenn er sich nicht rührt, wird er sehr leicht übersehen. Das ist mit seinem Sternbild nicht anders. Blickt man auf das Sternbild, wird der Blick dabei unweigerlich nach Norden zum Orion oder nach Osten zum Großen Hund mit dem funkelnden Sirius abgelenkt.
Daher werden die interessanten Beobachtungsobjekte, die das Sternbild Hase bieten kann, in der Regel übersehen.

Der hellste Stern des Hasen ist mit 2,5m Arneb (Alpha), ein F-Überriese mit ca. 5700 Sonnenleuchtkräften in 900 Lichtjahren Entfernung. Etwas näher (115 Lichtjahre) zu uns und lichtschwächer (70 Sonnenleuchtkräfte) steht Nihal (Beta), ein enger Doppelstern, dessen schwacher, bläulicher Partner neben dem 2,8 m hellen gelben Primärstern nur in Fernrohren größerer Öffnung bei hoher Vergrößerung getrennt gesehen werden kann. Der 3,5m helle Gamma Leporis ist ein schöner Doppelstern, dessen beiden Partner verschiedenfarbig sind und die schon im kleinen Fernrohr sehr gut getrennt werden. Beeindruckend ist auch R Leporis, ein tiefroter, langsam regelmäßig veränderlicher Stern (6,5m - 11m), dessen Anblick im Fernrohr an einen Funken glühender Kohle erinnert.
Der kleine Kugelsternhaufen M79 liegt im südlichen Bereich des Sternbilds. Bei Vergrößerungen ab 100x kann der 50000 Lichtjahre entfernte Sternenhaufen im Sechszöller teilweise aufgelöst gesehen werden.
Ca. 5° nordnordwestlich von Arneb kann man schon in kleinen, langbrennweitigen Fernrohren den Planetarischen Nebel IC 418 auffinden. Wegen seiner hohen Flächenhelligkeit verträgt IC 418 hohe Vergrößerung. Im Achtzöller kann bei 200-facher Vergrößerung der 10,5m helle Zentralstern im Nebel erkannt werden. Ca. 1,7° östlich von Arneb liegt der von Wilhelm Herschel entdeckte Sechsfach-Stern h3780, der im NGC-Katalog auch als NGC 2017 geführt wird. Die Mitglieder dieses Mehrfachsterns zeigen im Fernrohr ab acht Zoll Öffnung einen schönen Farbkontrast.

Wem ein Fernrohr großer Öffnung zur Verfügung steht, der kann in dunklen, klaren Winternächten im Sternbild Hase mit Erfolg auf Galaxienjagd gehen. Der Hase liegt bereits soweit abseits der Milchstraße, dass er Dutzende Galaxien mit Helligkeiten ab 12m bietet.

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