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Das Sternbild Jagdhunde - Canes Venatici - Abk. CVn
Das Sternbild Jagdhunde liegt zwischen den Sternbildern Bärenhüter, Großer Bär und Coma Berenices. Anders als z.B. der Große Bär, der Löwe oder der Bärenhüter bietet es keine einprägsame Anordnung von hellen Sternen. Es enthält mit Cor Caroli nur einen einzigen Stern dritter Größe. Das Sternbild wird daher häufig übersehen.
Unter den 88 Sternbildern des Himmels nimmt das Sternbild Jagdhunde die Position Nr. 38 ein. Mit seiner Fläche von 465 Quadratgrad ist es etwas größer als das Sternbild Widder und doppelt so groß wie das Sternbild Leier. In der antiken Mythologie wird berichtet, dass Bootes, der Bärenhüter mit seinen beiden Jagdhunden Chara und Asterion an den Himmel versetzt wurde, wo er mit ihnen den Großen Bären ständig um den Himmelspol treibt. Diese Jagdhunde befinden sich am Himmel unterhalb der Deichselsterne des Großen Bären. Das Sternbild Jagdhunde gehört jedoch nicht zu den antiken Sternbildern. Es wurde von Johann Hevel (auch als Hevelius bekannt) im Jahre 1688 erfunden. Hevel zweigte hierbei für das neue Sternbild einige Sterne vom Sternbild des Großen Bären ab. Mit seiner Himmelskarte von 1690 stellte er sein neues Sternbild Jagdhunde (Canes Venaticorum) seinem astronomisch interessierten Publikum vor, und da sich das Sternbild gut in den Reigen der klassischen Sternbilder einfügte, wurde es von den Astronomen übernommen. Der hellste Stern in den Jagdhunden ist mit 2,9m Cor Caroli (Alpha Canes Venaticorum). Dieser Stern hatte ursprünglich den Namen "Chara". Den heute gebräuchlichen Namen "Cor Caroli" (Das Herz Karls) erhielt Alpha Canes Venaticorum von Edmond Halley, und zwar auf Anregung des mit ihm befreundeten Hofarztes des englischen Königs Charles II. Der Stern soll am Abend des 29. Mai 1660, dem Tag der triumphalen Rückkehr und der Thronbesteigung des von Oliver Cromwell verbannten Königs Charles II nach London, besonders hell geleuchtet haben. Cor Caroli ist ein sehr schöner Doppelstern. Die beiden ungleich hellen Partner sind weiß und stehen im Abstand von zwanzig Bogensekunden voneinander. Der hellere Partner ist ein Veränderlicher Stern einer besonderen Klasse, der "Magnetisch Veränderlichen". Cor Caroli ist ca. 110 Lichtjahre von uns entfernt. Asterion (Beta Canes Venaticorum) ist ein 4,3m heller Hauptreihenstern in 27 Lichtjahren Entfernung. Auf manchen Sternkarten wird Beta Canes Venaticorum irrtümlich als "Chara" bezeichnet. Y Canes Venaticorum ist ein roter, unregelmäßig Veränderlicher, der in klarer Nacht mit bloßem Auge gesehen werden kann. Zieht man eine Linie von Cor Caroli nach Megrez (Delta Ursae Majoris), findet man Y Canes Venaticorum nach dem ersten Drittel der Strecke. Y ist im Visuellen um 9 Größenklassen heller als im Ultravioletten. Das Spektrum von Y ist so außergewöhnlich, dass der italienische Astronom Pater Secchi den Stern im 19. Jahrhundert deswegen "La Superba" nannte. Y hat eine Oberflächentemperatur von nur 2500 Kelvin und ist ca. 400 Lichtjahre von uns entfernt. Der Doppelstern 2 Canes Venaticorum liegt ca. 3,3° westlich von Asterion. In 11 Bogensekunden Abstand voneinander stehen hier ein roter Stern (5,6m) und ein weißer Stern (8m). 2,6° östlich von Cor Caroli liegt ein weiterer Doppelstern, bestehend aus den beiden Sternen 15 und 17 Canes Venaticorum. 15 Canes Venaticorum ist ein 6m heller blauer Stern, 17 Canes Venaticorum ist ebenfalls 6m hell und weiß. 17 Canes Venaticorum ist seinerseits ein enger Doppelstern, seine beiden 6m und 10m hellen Partner stehen in einem Abstand von 1,8 Bogensekunden voneinander. Im äußersten Süden des Sternbilds Jagdhunde liegt M3, einer der schönsten und mit 6m hellsten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels. Charles Messier entdeckte ihn 1764. M3 ist ungefähr auf der Mitte der Verbindungslinie von Arktur nach Cor Caroli zu finden. M3 ist ca. 45000 Lichtjahre von uns entfernt. Man benötigt ein Fernrohr ab 5 Zoll Öffnung, um die Randbereiche von M3 bei hundertfacher Vergrößerung in einzelne Sterne aufzulösen. Das Sternbild Jagdhunde liegt in der Nähe des galaktischen Pols abseits von den großen Dunkelwolken unserer Milchstraße. Somit kann man im Sternbild Jagdhunde tief in den Raum sehen, und schon in kleinen Fernrohren viele schöne und recht helle Galaxien beobachten. Ziehen wir eine Linie vom linken unteren Kastenstern des Großen Wagens (Phecda) zu Asterion, finden wir mit einem lichtstarken Fernglas auf der Mitte dieser Linie einen länglichen, nebeligen Fleck. Das ist die Galaxie M106. Die 8,2 m helle, rundliche Galaxie M94 finden wir in 2° Abstand über der Mitte der Verbindungslinie von Cor Caroli zu Asterion, in Richtung zu den Deichselsternen des Großen Bären. Zieht man eine Linie von Cor Caroli nach Gamma Comae Berenices, findet man im Dreizöller knapp südlich der Mitte dieser Linie die große, 9,2 m helle "Heringsgalaxie" NGC 4631. Weitere sehenswerte Galaxien sind NGC 4490, ca. 40 Bogenminuten westlich von Asterion, der "Sonnenblumennebel" M63, südlich der Mitte der Linie von Benetnash (Eta Ursae Majoris) nach Cor Caroli, sowie NGC 4449, 2,5° nördlich von NGC 4490. Die berühmte Galaxie M51 (Lord Ross´"Whirlpool-Galaxis") finden wir auf der Linie von Benetnash (Eta Ursae Majoris) nach M94, 3,5° von Benetnash entfernt. Die Spiralarme dieser fernen Galaxien werden aber erst mit Fernrohren ab 14 Zoll Öffnung unter einem dunklen, klaren Himmel erkennbar. Man kann im Sternbild Jagdhunde Dutzende bis 12m helle Galaxien finden. Auf tiefen Himmelsaufnahmen zeigen sich im Hintergrund des Sternbilds ausgedehnte Galaxienhaufen mit Hunderten von schwachen Galaxien in mehreren hundert Millionen Lichtjahren Entfernung. |
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