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Das Sternbild Kleiner Hund - Lat. Canis Minor - Abk. CMi
Das Sternbild Kleiner Hund (Canis Minor) ist eines der 48 klassischen Sternbilder der Antike. Es liegt unterhalb der Zwillinge zwischen den Sternbildern Krebs, Hydra und Einhorn, östlich des Orion.
Man kann häufig lesen, dass das Sternbild den Kleineren der beiden Jagdhunde des Orion darstellt, welche den großen Jäger begleiten. Doch das lässt sich durch antike Quellen nicht belegen. Einer Erzählung des römischen Autors Hyginus zufolge stellt das Sternbild Maira, den treuen Hund des Ikarios dar. Die Erzählung ist eine Traurige. Der lernbegierige Ikarios hatte von Dionysos die Kunst der Weinherstellung gelernt. Ikarios war von seinem ersten, selbst gekelterten Wein so begeistert, dass er gleich damit loslief, um ihn den nächst besten Leuten er auf seinem Weg zu Kosten zu geben. So kam er zu einigen Hirten auf einem Feld, die dort ihre Schafe hüteten. Es war ein heißer Tag, die Hirten waren durstig und tranken den von Ikarios so freigebig angebotenen leckeren Wein gerne und reichlich. Doch als sie die ihnen bislang unbekannte Wirkung des Alkohols zu spüren begannen nahmen sie an, dass Ikarios sie vergiftet hätte, fielen wütend über den verblüfften Ikarios her und schlugen ihn tot. Die Leiche versteckten sie unter einem Baum und machten sich mit ihren Schafen auf den Heimweg. Als Ikarios nicht nach Hause zurückkehrte, machte sich sein Hund Maira auf die Suche nach seinem Herrschen. Der Hund verfolgte schnüffelnd die Spur, fand die Leiche und eilte darauf spornstreichs zur Erigone, der Tochter des Ikarios. Maira winselte und flehte und zog dabei mit den Zähnen vorsichtig solange an Erigones Gewand, bis diese begriff, dass sie dem Hund folgen sollte. So führte Maira die Tochter zur Leiche des Vaters. Die verzweifelte Tochter erhängte sich in dem Baum, unter dem der Vater lag, und der Hund ertränkte sich voll Verzweiflung in einem nahen Brunnen. Wenn man versucht, in der Anordnung der Sterne des Sternbilds den Umriss eines Hundes zu erkennen, gelingt dies nicht, denn das Sternbild enthält nur zwei helle Sterne. Der Hellere der beiden ist der 0,4m helle Prokyon, der andere ist der 2,8m helle Gomeisa. Der griechische Name „Prokyon“ bedeutet „Vor dem Hund“ und soll zum Ausdruck bringen, dass Prokyon über dem Osthorizont stets kurz vor Sirius, dem Hundsstern aufgeht. Den Titel „Hundstern“ hat Sirius nicht von seiner Position als Hauptstern im Sternbild Großer Hund, denn das Sternbild Großer Hund war im Alten Ägypten unbekannt, dort wurde Sirius als eine himmlische Verkörperung des hundsköpfigen Gottes Anubis gesehen. Der Name „Gomeisa“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „der mit den von Tränen erfüllten Augen“, was man als eine Anspielung auf den trauernden Hund verstehen kann.. Ursprünglich bestand das Sternbild Kleiner Hund nur aus Prokyon. Prokyon ist der achthellste Fixstern am Himmel und ca. elf Lichtjahre von uns entfernt. Unter den 88 Sternbildern steht das Sternbild Kleiner Hund mit seiner Fläche von 182 Quadratgrad an 71. Position. Es ist somit ein sehr kleines Sternbild. Es enthält keine für Amateurastronomen beobachtbaren Deep-Sky-Objekte. Somit bleiben dem Amateurastronomen nur die sichtbaren Sterne als Beobachtungsobjekte. Procyon ist ein Stern der Spektralklasse F5. Er ist der achthellste Fixstern am Himmel und ca. 11,4 Lichtjahre von uns entfernt. Damit ist Prokyon der fünftnächste Fixstern. Seine Oberflächentemperatur beträgt 6000°C, er leuchtet mit sechs Sonnenleuchtkräften. Prokyon hat einen 13m hellen Weißen Zwerg von 0,64 Sonnenmassen als Begleiter, der Prokyon einmal in 40 Jahren umrundet. Da Prokyon 15.000-mal heller leuchtet als sein Begleiter, überstrahlt er diesen in jedem Amateurteleskop, wodurch man Prokyon B mit Amateurmitteln nicht beobachten kann. Gomeisa ist ein Hauptreihenstern der Spektralklasse B7, ca. 210 Lichtjahre entfernt. Er leuchtet mit 230 Sonnenleuchtkräften. Wilhelm Herschel beachtete den Aufgang Prokyons als Hinweis darauf, dass bald Sirius aufgehen würde. Für Herschel war dies das Signal zum baldigen Abbruch seiner aktuellen nächtlichen Deep-Sky-Durchmusterung, weil der folgende Aufgang des strahlenden Sirius nach seiner Erfahrung die optimale Dunkeladaption seiner Augen beendete. |
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