Astronomie.de
der Treffpunkt für Astronomie
 

Was sehen wir
am Firmament?


Aktuelle Sternkarten
Ansicht des Sonnensytems

Sichtbarkeits-
diagramm der Planeten


Transitzeiten GRF /
Stellung der Jupitermonde


Stellung der Saturnringe

Der aktuelle Himmel als Podcast


Projekt: Alle 88 Sternbilder in Text und Bild

Das Sternbild Winkelmass


Astronom. Ereignisse
Meteorströme
Sonnenlauf
Mondlauf

   Merkur
   Venus
   Mars
   Jupiter
   Saturn
   Uranus
   Neptun
   Pluto (134340)


Ceres (1)
Pallas (2)
Juno (3)
Vesta (4)

Das Sternbild Löwe - Leo - Abk. Leo

Sternbild loewe


Der Löwe ist ein markantes Sternbild des Frühlingshimmels. Es liegt auf der Ekliptik zwischen den Sternbildern Krebs, Hydra, Sextans, Krater, Rabe, Jungfrau, Coma Berenices, Kleiner Löwe und Luchs. Es fällt nicht schwer, in der Anordnung der hellen Sterne dieses Sternbilds das Abbild eines Löwen zu sehen, der mit erhobenem Haupt ruht und dabei gelassen nach Westen blickt.

Das Sternbild war schon in der Antike bekannt. Im klassischen Griechenland und in Rom sah man in ihm ein Abbild des Nemäischen Löwen, welchen Herkules der Sage nach als die Erste seiner zwölf "unlösbaren" Aufgaben unschädlich machen sollte. Dieser Löwe war durch sein verzaubertes Fell unverwundbar und lebte in einer Höhle in der Nähe der Stadt Nemea bei Korinth, von wo aus er Mensch und Tier tyrannisierte. Keine Waffe konnte sein verzaubertes Fell durchdringen, dadurch war er unbesiegbar und tötete und fraß nach Belieben alles und jeden, der ihm im falschen Moment in die Quere kam.
Herkules griff den Löwen mit Pfeilen an, doch die prallten vom Fell des Löwen ab. Als Herkules begriff, dass er mit seinen Waffen dem Löwen keinerlei Schaden zufügen konnte, begab er sich in die Höhle des Löwen und erwürgte ihn mit den bloßen Händen. Anschließend zog er dem toten Löwen das Fell ab und fertigte sich daraus eine abschreckende und unzerstörbare Rüstung an. Zeus versetzte den Löwen auf Heras Bitte an den Himmel.

Die Geschichte des Sternbilds Löwe reicht jedoch erheblich weiter zurück als bis zur griechischen Antike, denn das Sternbild war schon im alten Ägypten, in Babylon und im Königreich Akkad als Sternbild Löwe bekannt. Um 2000 v. Chr. hatte dieses Sternbild eine besondere astronomische Bedeutung, denn damals durchlief die Sonne im Sternbild Löwe die jährliche Sommersonnenwende. Heute finden wir die Sonne am Tag der Sommersonnenwende aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse nicht mehr im Sternbild Löwe, sondern im Sternbild Zwillinge.

Mit seiner Fläche von 947 Quadratgrad liegt das Sternbild Löwe in der Liste der 88 Sternbilder an 12. Position. Es überquert jedes Jahr im März um die Mitternachtszeit den Meridian.

Im westlichen Teil des Löwen bilden sieben relativ helle Sterne ein Muster, das an eine gestielte Sichel erinnert. Durch dieses Muster aus Sternen kann man die Position des Sternbilds auch am aufgehellten Stadthimmel leicht erkennen. Das Ende des Stiels dieser Sichel liegt bei Regulus (Alpha Leonis), dem mit 1,3m hellsten Stern im Löwen. Der Übergang zum gekrümmten Blatt der Sichel befindet sich beim 3,5m hellen Stern Eta Leonis, der ca. 4,6° nördlich von Regulus liegt. Das Blatt der Sichel setzt sich von Eta aus ca. 4° nordöstlich zum 3,6m helle Algieba (Gamma) fort. Ca. 3,6° nördlich von Algieba geht es weiter zum 3,4m hellen Zeta Leonis, von Zeta weiter ca. 6° nordwestlich zum 3,9m hellen My Leonis. 2,7° südwestlich von My liegt der 3m helle Epsilon Leonis, hier liegt die Spitze der Sichel. Die "Sichel des Löwen" stellt in dem Sternbild die Brust, die Mähne und den Kopf des Löwen dar. Im alten China trugen diese sieben Sterne den Namen "Gelber Drachen".

Die drei Sterne Coxa (3,3m hell, ca. 16° östlich von Regulus), Denebola (Beta Leonis, 2,2m hell,, ca. 24° östlich von Regulus), sowie der 2,6m helle Zosma (ca. 12° östlich von Algieba) bilden den Körper des Löwen.

Ca. 7° westlich von Regulus liegt der 3,5m helle Subra, er markiert die Vorderpranken des Löwen. Die beiden 4m hellen Sterne Sigma Leonis und Iota liegen südlich von Coxa und zeigen im Sternbild die Position der angezogenen Hinterbeine des Löwen an.

Der Name Regulus ist lateinisch und bedeutet "kleiner König". In allen Kulturen der frühen Antike wurde dieser helle Stern "König" oder "Königsstern" genannt. In Akkad kannte man Regulus unter dem Namen "Amil-Gal-Lur": so hieß in der akkadischen Mythologie ein König, der das Reich vor der Sintflut regierte.

Regulus ist ein unauffälliger Doppelstern, sein 8m heller Partner steht in 177 Bogensekunden Abstand. Im Fernrohr mit großer Öffnung erweist sich der Partner von Regulus bei hoher Vergrößerung seinerseits ebenfalls als enger Doppelstern.
Ein beeindruckender Doppelstern ist Algieba, dessen 2,1m und 3,4m helle orangegelbe Partner in einem Abstand von ca. 4,5 Bogensekunden zueinander stehen, die beiden Sterne umkreisen einander in sehr exzentrischen Bahnen einmal in ca. 630 Jahren.
Weitere für die Beobachtung mit kleinen Fernrohren geeignete Doppelsterne sind Subra sowie der 4,3m helle 54 Leonis (6° nordwestlich von Zosma), der 4,9m helle Tau Leonis (ca. 13° südsüdöstlich von Coxa), 83 Leonis (knapp westlich von Tau)und 88 Leonis (ca. 4° westlich von Denebola).

Obwohl Eta Leonis einer der hellsten Sterne im Löwen ist, ist für Eta kein antiker Eigenname überliefert. Eta ist ein Überriese mit über 16000 Sonnenleuchtkräften, der 2100 Lichtjahre von uns entfernt ist. Da Eta Leonis nahe der Ekliptik steht, wird er ab und zu vom Mond bedeckt. Dabei wurde bei einer Bedeckung durch den zunehmenden Mond beobachtet, dass Eta nicht schlagartig, sondern in zwei Schritten abgedeckt wurde und daher ein sehr enger Doppelstern ist. Die beiden Partner können jedoch in keinem Teleskop getrennt gesehen werden.

Da das Sternbild Löwe abseits der Milchstraße liegt, enthält es keine Offenen Sternhaufen oder galaktische Dunkelwolken. Stattdessen kann man hier in einer dunklen, klaren Nacht in Fernrohren größerer Öffnung Galaxien beobachten, von denen viele schon im 18. Jahrhundert entdeckt wurden. Ca. 1,5° südlich der Mitte der Verbindungslinie von Regulus (Alpha Leonis) und Coxa (Theta Leonis) findet man in Fernrohren ab acht Zoll Öffnung die Galaxiengruppe M95, M96 und M105. In der Mitte zwischen Iota Leonis und Coxa findet man die Galaxiengruppe M65, M66 und NGC 3628. Zwischen den Sternen Coxa und Zosma (Delta Leonis) findet man die 10m helle Galaxie NGC 3607.
Folgt man von Algieba aus der gebogenen Sternenkette von Zeta über My nach Epsilon Leonis, findet man 3,3° westlich von Epsilon den 4,3m hellen Stern Lambda Leonis, 1,5° südlich von Lambda liegt die 8,9m helle NGC 2903, die größte Galaxis im Löwen.
Ganz im Süden des Sternbilds liegt auf der Verlängerung der Linie von Iota Leonis nach Sigma Leonis der 4,5m helle Phi Leonis. Ca. 4,5° nordwestlich von Phi kann man auf dem Himmelsäquator die 9,0m helle Spiralgalaxie NGC 3521 beobachten.

Im November liegt im Löwen der Ausgangspunkt des Sternschnuppenstroms der Leoniden, der auf den Kometen Tempel-Tuttle zurückgeht, der die Sonne alle 33 Jahre einmal umkreist. Da die Erdbahn die Bahn des Kometen schneidet, kollidiert die Erde jedes Jahr zur gleichen Zeit mit den Staubpartikeln, die der Komet bei seinen zahllosen Umläufen um die Sonne freigesetzt hat. Im Jahre 2007 ist das Maximum der Sternschnuppenfallrate der Leoniden in den frühen Morgenstunden am 19. und 20. November zu erwarten.

Mit freundlicher Unterstützung von

[ Hauptseite ] [ Startseite ] [ E-Mail an den Autor ]