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Das Sternbild Luchs - Lat. Lynx - Abk. Lyn
Das Sternbild Luchs wird vom Beobachter in der Regel übersehen. Die Region, in der es liegt, enthält keine hellen Sterne. Für Astronomen der Antike und auch lange danach war sie völlig uninteressant.
Dann wurde das Fernrohr erfunden, und die Astronomen beobachteten mit diesen Geräten auch die sternarmen Regionen zwischen den klassischen Sternbildern. Einer von ihnen war der Danziger Johannes Hevel, der auch als "Johannes Hevelius" sehr bekannt wurde. Von seiner Dachsternwarte aus durchforschte mit seinen langbrennweitigen Selbstbaurefraktoren ausgiebig das dunkle Niemandsland zwischen den klassischen Sternbildern Krebs, Zwillinge, Fuhrmann und Großer Bär. Von dieser Himmelsregion behauptete er, dass man wohl Augen wie ein Luchs haben müsse, um ihre schwachen Sterne mit bloßem Auge erkennen zu können. Und so verpasste er dieser Region den Sternbildnamen "Luchs" (lateinisch "Lynx"). Hevel bestimmte wohl erstmals die Positionen der Sterne des von ihm benannten Sternbilds Luchs. Im Jahre 1690 erschien der Luchs erstmals auf einer Sternkarte, die auf der Basis der Positionsbestimmungen Hevels erstellt und nach dessen Tod veröffentlicht wurde. Damit wurde das Sternbilds Luchs offiziell. Das Sternbild Luchs ist ein Sternbild des Winterhimmels. Für Standorte nördlich des 50. Breitengrades erscheint es zirkumpolar. Es ist 545 Quadratgrad groß, es nimmt am Himmel mehr Fläche ein als das Sternbild Zwillinge. Trotz seiner Größe ist der Luchs ein sehr unauffälliges Sternbild. Sein hellster Stern hat eine Helligkeit von 3,1 m: Das ist Alpha Lyncis, ein Roter Riese der Spektralklasse F5. Wir finden ihn in der südöstlichen Ecke des Sternbilds. Alle weiteren Sterne im Luchs sind deutlich schwächer. Viele von ihnen sind Doppelsterne. Der enge Doppelstern 38 Lyncis liegt ca. 2,5° nördlich von Alpha. Die beiden 3,9 m und 6,2 m hellen Partner stehen im Abstand 2,7 Bogensekunden voneinander und zeigen bei hoher Vergrößerung einen schönen Farbkontrast. 31 Lyncis ist ein 4,3 m heller Riese der Spektralklasse K5, er steht ca. 12,5° nordwestlich von 38 Lyncis. Weitere 24,5° nordwestlich von 38 Lyncis finden wir 2 Lyncis, einen 4,5 m hellen weißen Stern der Spektralklasse A0. Dieser Stern markiert den östlichen Rand des Sternbilds Luchs. Damit haben wir das Sternbild seiner Länge nach durchmessen. Knapp 1° südöstlich von 2 Lyncis finden wir 5 Lyncis, einen Doppelstern aus Roten Riesen. 2,4° nordöstlich von 5 Lyncis liegt das schöne Dreifachsystem 12 Lyncis, es besteht aus drei weißen Sternen, die im Dreizöller bei 120facher Vergrößerung schön getrennt werden. Man findet im Sternbild Luchs keine offener Sternhaufen, da es außerhalb der Milchstraße liegt. Das Areal ist daher frei von Blendungen durch helle Sterne und frei von Dunkelwolken, so bietet es in einer klaren Neumondnacht gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Suche nach Deep-Sky-Objekten. Denn die gibt es überall! Man braucht nur ein geeignetes Gerät, und den geschulten Beobachter. Schwenkt man von Castor in den Zwillingen aus ca. 7° nach Norden, kann man im Achtzöller kurzer Brennweite am dunklen Himmel bei 60facher Vergrößerung ein schwaches Nebelwölkchen erkennen. Dies Wölkchen ist NGC 2419, der mit 230000 Lichtjahren am weitesten von der Milchstraße entfernt liegende Kugelsternhaufen und zugleich weit und breit der einzige Kugelsternhaufen in dieser Region des Himmels. Visuell erreicht er 10,5 m. Erst große Teleskope können ihn auflösen, seine hellsten Sterne erreichen 13,5 m. Zieht man von Iota Cancri eine Linie zu Theta Ursae Majoris, findet man auf dieser Linie in einem Abstand von 4,6° von Iota die helle Spindelgalaxis NGC 2683. Sie kann ab 3 Zoll Öffnung gut beobachtet werden. Ihre Flächenhelligkeit ist hoch. Sie zeigt sich in Kantenlage ohne stellaren Kern, ihre Entfernung beträgt über 20 Millionen Lichtjahre. Besitzer lichtstarker Fernrohre großer Öffnung können im Luchs auf die Jagd nach schwachen Galaxien gehen. Ca 40 Bogenminuten südlich von Alpha liegt der Galaxienhaufen Abell 779. Die hellste Galaxis dieses Haufens ist mit 11m NGC 2832. Zieht man eine Linie von Alpha nach Kappa Ursae Majoris, stößt man 6° von Alpha auf die 11,5 m helle Galaxis NGC 2872. Fernrohre ab 12 Zoll offenbaren im Sterbild Luchs eine große Zahl von Galaxien schwächer als 12 m. Das Sternbild ist im Deep-Sky-Bereich sehr "tief": Profiastronomen haben im Sternbild Luchs mit Großteleskopen Galaxien in 12 Milliarden Lichtjahren Entfernung aufgespürt. Die exakte Identifikation der im Amateurteleskop beobachteten lichtschwachen Galaxien ist jedoch nicht einfach und erfordert beim Beobachter eine sorgfältige Vorbereitung. Dann kann man den Objekten in diesem unauffälligen Sternbilds erfolgreich auf den Pelz rücken und genießen, was dieses Sternbild zu bieten hat. |
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