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Das Nördliche Krone - Lat. Corona Borealis - Abk. CrB

Sternbild Nördliche Krone


Das Sternbild Corona Borealis ist eines der 48 Sternbilder der klassischen Antike. Es soll an die mit indischen Edelsteinen besetzte Hochzeitskrone der Prinzessin Ariadne erinnern, die ihr Bräutigam Dionysos an ihrem Hochzeitstag voller Freude über sein Glück mit einem Jubelschrei so hoch in den Sternenhimmel schleuderte, dass sie zwischen den Sternen als ein Sternbild hängen blieb.

Ariadne war eine der Töchter des Königs Minos von Kreta. Der mächtige Minos hatte die vornehmsten Familien Athens gezwungen, ihm jedes Jahr 14 ihrer Söhne und Töchter als Geiseln nach Kreta zu schicken, wo er sie in seinen Labyrinth im Königspalast vom Ungeheuer Minotaurus bewachen ließ. Einer dieser Geiseln war Theseus, Prinz von Athen, der den Plan hatte, sich und die anderen Geiseln aus dem Labyrinth zu befreien und den Minotaurus zu töten. Als Ariadne den Theseus sah, verliebte sich bis über beide Ohren in den gut aussehenden jungen Helden, in einer stillen Stunde gestand sie ihm heimlich ihre Liebe. Als Theseus ihr darauf die Ehe versprach, schenkte ihm die überglückliche Ariadne ein kleines Schwert und ein großes Wollknäuel, dessen Faden Theseus am inneren Türgriff des Labyrinths befestigte. Nun drang Theseus in das Labyrinth ein, wobei er das Garn ständig abwickelte, streckte den überraschten Minotaurus mit dem Schwert nieder und befreite die übrigen Geiseln. Mittels des Ariadnefadens fand Theseus dann den Weg zurück zum Eingang des Labyrinths und floh mit der verliebten Ariadne und den Geiseln von Kreta. Doch schon auf der Insel Naxos ließ Theseus seine Verlobte im Stich und machte sich heimlich mit dem Schiff nach Athen davon. Der Gott Dionysos fand die schöne Prinzessin, die voller Verzweiflung den undankbaren Theseus und ihre eigene Leichtgläubigkeit verfluchte. Und er tröstete sie sanft, vertrieb ihre Traurigkeit, zauberte ein Lächeln auf ihre Züge und heiratete sie.

Das Sternbild ist klein, aber markant. Es liegt zwischen den drei Sternbildern Bootes, Herkules und Schlange. Mit seiner Fläche von 179 Quadratgrad nimmt es unter den 88 Sternbildern der 72. Rang ein. Es erscheint am Himmel als eine halbkreisförmige Anordnung von sieben Sternen, der Bogen ist nach Nordosten geöffnet, der mittlere dieser sieben Sterne ist der hellste Stern des Sternbilds. Dieser 2,2m helle Stern heißt Gemma (Alpha).
Gemma ist der lateinische Begriff für „Edelstein“, am Himmel der Sommernacht funkelt Gemma oft ähnlich intensiv in allen Farben des Regenbogens wie Sirius am Winterhimmel. Gemma ist ein weißer Stern der Spektralklasse A0, er ist 75 Lichtjahre entfernt und hat 45 Sonnenleuchtkräfte.
Ca. 2,8° nordwestlich von Gemma liegt der 3,8m helle Nusakan (Beta). Nusakan ist 100 Lichtjahre entfernt und 25 Mal heller als unsere Sonne. Verlängert man am Himmel in Gedanken die Linie von Gemma nach Nusakan um 1,5° über Nusakan hinaus nach Nordwesten, stößt man auf den 5m hellen Stern Eta. Eta ist ein enger Doppelstern, dessen Partner einander in 41 Jahren einmal umkreisen. In langbrennweitigen Teleskopen ab 8 Zoll Öffnung kann man Eta bei maximaler Vergrößerung und guter Luftruhe getrennt sehen, seine beiden Partner entsprechen in Spektralklasse und Masse jeweils unserer Sonne.
Ca. 2,5° nördlich von Nusakan steht der 4m helle Stern Theta. Theta ist ein junger, heißer Stern, über 300 Lichtjahre von uns entfernt und mehr als hundert Mal heller als unsere Sonne. 1,8° östlich von Gemma liegt der 4m helle Stern Gamma. Gamma ist 140 Lichtjahre entfernt, hat 45 Sonnenleuchtkräfte und ist ein enger Doppelstern, dessen Partner einander in 91 Jahren einmal umkreisen. Weitere 1,5° östlich liegt der 4,5m helle Stern Delta. Delta ist ein Gelber Unterriese und liegt in 165 Lichtjahren Entfernung. 2° nordöstlich von Delta liegt der 4m helle Stern Epsilon, ein Roter Riese in 230 Lichtjahren Entfernung. Diese Sterne bilden gemeinsam die Sternenkette der Corona Borealis.

Der berühmteste Stern des Sternbilds ist jedoch keiner dieser sieben Sterne, sondern der Stern R Coronae Borealis. R ist ein Veränderlicher Stern, der meistens 6m hell leuchtet und dann am Nachthimmel in jedem Fernglas gut zu erkennen ist. Doch ab und zu wird R für mehrere Monate oder gar Jahre schlagartig verdunkelt, er ist dann auch in mittelgroßen Fernrohren kaum zu erkennen. Die Ursache liegt in riesigen Wolken aus Ruß, die der Stern in unregelmäßigen Abständen ausstößt und die sein sichtbares Licht absorbieren. R ist ein Überriesenstern mit über 10000 Sonnenleuchtkräften, über 4000 Lichtjahre von uns entfernt, er liegt weit oberhalb der Milchstraßenebene und gehört somit zu den Halosternen unserer Galaxis. Seine Atmosphäre enthält vorwiegend Kohlenstoff und Helium, aber keinen Wasserstoff.

Offene Sternhaufen, Planetarische Nebel und Galaktische Nebel sucht man im Sternbild Corona Borealis leider vergebens. Auch Galaxien sind hier mit kleinen und mittleren Amateurteleskopen nicht zu entdecken. Dieses Sternbild bietet dem Beobachter somit einen freien Blick in die Tiefe des Universums. Wenn man für die Beobachtung dieser Tiefe Fernrohre besonders großer Öffnung bei idealen Beobachtungsbedingungen einsetzt, kann man erahnen, dass sie mächtige Galaxienhaufen beherbergt, in einer Entfernung von über einer Milliarde Lichtjahren.

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