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Das Sternbild Ofen - Lat. Gemini - Abk. For

Sternbild Ofen


Fornax ist die lateinische Bezeichnung für einen Schmelzofen. Trotz seines lateinischen Namens ist das Sternbild keine Schöpfung der Antike oder der Renaissance. Sein Schöpfer war der französische Mathematiker und Astronom Nicolas Louis de Lacaille. Von 1750 bis 1754 beobachtete er in der Nähe von Kapstadt in Südafrika den südlichen Sternenhimmel, vermaß die Positionen von über 10.000 Sternen und den Lauf von Mond und Mars, um die Parallaxe dieser Planeten und damit deren Entfernung genauer bestimmen zu können. Da am Südhimmel damals noch nicht genug Sternbilder existierten, die er zur leichteren Orientierung am Himmel und zur Vermessung der Sternpositionen benötigte, schuf er 15 Sternbilder. Eines davon ist das Sternbild Fornax.

Es liegt eingebettet in einer großen Schleife des Sternbilds Eridanus, das in der Antike als eine himmlische Abbildung des Nils galt. Im Norden grenzt es an den Walfisch, im Westen an das Sternbild Sculptor. Die hellsten Sterne des Fornax liegen bei einer Deklination von -30° und damit auf der gleichen Breite wie Formalhaut. Das Sternbild ist somit von Mitteleuropa aus sichtbar, aber da seine hellsten Sterne nur um 4m hell sind und im Horizontdunst kaum auffallen, ist das Sternbild Fornax von Mitteleuropa aus kaum zu beobachten.
De Lacaille war Lehrer an der Eliteschule College Mazarín. Als er 1754 seine Lehrtätigkeit an dieser Schule wieder aufnahm, benannte das Sternbild 1756 nach dem Laborofen seines von unstillbarem Forscherdrang getriebenen dreizehnjährigen Schülers Antoine Laurent de Lavoisier. Durch die Begeisterung eines Schülers für Naturwissenschaft bekam das Sternbild seinen Namen. Lavoisier entdeckte später den Sauerstoff, begründete die wissenschaftliche Methodik der Chemie, entwickelte die Theorie der Oxidation, fand das Gesetz der Massenerhaltung. Er wurde während der Französischen Revolution trotz seiner wissenschaftlichen Verdienste zum Tode verurteilt und mit der Guillotine hingerichtet. Sein Richter befand, dass die Revolution keine Wissenschaftler brauche.

Das Sternbild Fornax nimmt am Himmel eine Fläche von 398 Quadratgrad ein und steht unter den 88 Sternbildern an 41. Position. Es ist größer als das Sternbild Großer Hund, aber es hat keinen Sirius zu bieten.

Sein hellster Stern ist der 3,8m Doppelstern Dalim. Er ist 40 Lichtjahre entfernt, seine beiden verschiedenfarbigen Partner (F7 und G7) umkreisen einander in mehreren hundert Jahren. Zu Wilhelm Herschels Zeiten betrug ihr gegenseitiger Abstand 5,2 Bogensekunden, Anfang des zwanzigsten Jahrhundert waren die beiden nur noch in Fernrohren großer Öffnung getrennt zu sehen, mittlerweile beträgt der Abstand zwischen ihnen schon wieder über zwei Bogensekunden. Beobachter am Südhimmel finden im Sternbild Fornax schöne Beobachtungsobjekte, Dazu gehören der große und lichtschwache Planetarische Nebel NGC 1360 und der große Fornax-Galaxienhaufen, der in 60 Millionen Lichtjahren Entfernung liegt. Seine schönste Galaxie ist die Balkengalaxie NGC 1365.
Da das Sternbild abseits der Milchstraße mit ihren Sternenmassen und Dunkelwolken liegt, kann man hier tief ins Weltall blicken. Mit dem Hubble Space Teleskop wurde hier das Hubble Ultra Deep Field aufgenommen, anhand der Rotverschiebung konnte die Entfernung zur fernsten Galaxie in diesem Feld mit 12,3 Milliarden Lichtjahren bestimmt werden.

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