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Das Sternbild Perseus - Persei - Abk. Per

Sternbild perseus


Das Sternbild Perseus ist eines der 48 klassischen Sternbilder der Antike. Es stellt den Perseus dar, einen der großen Helden der klassischen Mythologie.
Die Geschichte des Perseus beginnt mit Ancrisius, dem Großvater des Perseus und König von Argos. Dem hatte ein Orakel geweissagt, dass er dereinst durch seinen Enkel zu Tode kommen würde. Da Ancrisius zum Zeitpunkt der Orakelspruchs nur ein Kind hatte, nämlich seine bildschöne, jungfräuliche Tochter Danae, an der er ebenso hing wie an seinem eigenen Leben, versuchte er den ihm geweissagten Tod zu entgehen, indem er Danae in ein sicheres Verlies einsperrte, wo kein Mann in ihre Nähe kommen und sie schwängern konnte.
Doch Danae war jung, anmutig und sehr reizvoll, und dem allmächtigen und stets liebeshungrigen Zeus entging das nicht, trotz der dicken Mauern, hinter denen Ancrisius seine Danae versteckt hielt. Und so verwandelte sich Zeus in einen goldenen Regen, der durch die Ritzen des Mauerwerks in das Verlies sickerte und Danae schwängerte. Neun Monate später gebar Danae den kleinen Perseus.
Als Ancrisius von der Geburt des Kindes erfuhr, packte ihn Todesangst. Er ließ Danae mit ihrem Neugeborenen in eine wasserdichte Holzkiste einsperren, die er zunageln und ins Meer werfen ließ. Die Kiste trieb übers Meer davon und wurde nach einigen Tagen an den Strand der Insel Seriphos angeschwemmt, wo sie von einem neugierigen Fischer an Land gezogen und aufgebrochen wurde. So wurden Danae und Perseus gerettet.
Der Fischer war ein Bruder des Königs der Insel, Polydectes. Polydectes bot Danae und ihrem Söhnchen Perseus in seinem Haushalt Schutz. Hier wuchs Perseus zu einem schönen und kraftvollen jungen Mann heran. Zugleich wuchs auch das Verlangen des Polydectes nach Danae, er versuchte sie mehr und mehr zur Heirat zu überreden, was dem Perseus weder entging noch gefiel. Polydectes log dem Perseus vor, dass er gar nicht seine Mutter heiraten wolle, sondern eine ganz andere Frau. Voller Erleichterung versprach Perseus dem Polydectes ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk: den Kopf der Medusa.
Medusa war einst eine schöne, junge Frau, bis sie dem berauschten Poseidon über den Weg lief, der sie unsittlich bedrängte, die dadurch Fliehende bis in den Tempel der Pallas Athene verfolgte und sie dort vergewaltigte. Athene empfand diese Vergewaltigung als grobe Entweihung ihres Tempels. Anstatt ihren Bruder Poseidon zu bestrafen, bestrafte sie jedoch sein Opfer: Medusa. Sie verwandelte die junge Frau in ein abstoßendes Geschöpf, dessen Haupthaar aus unzähligen, sich auf dem Kopf ringelnden Giftschlangen bestand, mit einem Gebiss mit riesigen, vorstehenden Zähnen, zwischen denen eine geschwollene Zunge heraushing, und mit einem furchtbaren Blick, der jeden, auf welchen dieser Blick fiel, augenblicklich tötete und in Stein verwandelte.
Athene besorgte dem Perseus, der immerhin ein Sohn ihres geliebten Vaters Zeus war, eine effektive Ausrüstung, mit der es Perseus schaffte, dem tödlichen Blick der Medusa zu entgehen und ihr schließlich den Kopf abzuschlagen. Der kopflose Rumpf der Medusa gebar daraufhin das Flügelpferd Pegasus und einen erwachsenen Krieger in voller Rüstung, die beide Früchte der Vergewaltigung Medusas durch Poseidon im Tempel der Athene waren.
Perseus packte den Kopf der Medusa in einen Sack, floh rasch und ungesehen vom Ort seiner Tat und machte sich auf den Rückweg nach Seriphos. Unterwegs bat Perseus um eine Übernachtungsmöglichkeit im Palast des Atlas. Da man ihm dort keine Gastfreundschaft bieten wollte, zog er das noch immer tödliche Haupt der Medusa aus dem Sack: Beim Anblick des Medusenhaupts wurde der Hausherr Atlas augenblicklich in Stein verwandelt, und so kam das Atlasgebirge in die Welt.
Perseus Weg führte ihn in weiter zum Land Äthiopien in Palästina. Hier fand er am Meeresstrand eine zarte, junge Königstochter namens Andromeda vor, die dort leicht bekleidet und verzweifelt an ein einen Felsen gekettet war, wo sie als Strafe für ihre hochmütige Mutter Cassiopeia einem gefräßigen Seeungeheuer als Mittagessen dienen sollte. Perseus befreite die verängstigte Königstochter von ihren Ketten, tötete das herannahende Ungeheuer anschließend mit seinem von Hephaistos geschmiedeten Zauberschwert und hielt gleich darauf bei Andromedas Vater, König Kepheus, um ihre Hand an. Der König hatte Andromeda jedoch schon vor Jahren einem anderen Königssohn versprochen, der auf die ihm versprochene Braut nicht verzichten wollte und Perseus mit Waffengewalt zu verjagen versuchte. Doch Perseus schaffte es, den streitlustigen Nebenbuhler samt dessen krakeelenden Gefolge mittels des Medusenhaupts in Stein zu verwandeln. Anschließend heiratete er seine Andromeda.
Perseus kam frisch verheirat gerade rechtzeitig nach Seriphos zurück, um den Polydectes daran zu hindern, seine Mutter Danae zu ehelichen. Polydectes hatte selbstzufrieden angenommen, dass Perseus der Medusa zum Opfer gefallen sei, sodass der ihm nicht mehr in die Quere kommen könne, um seine heiß ersehnte Zweisamkeit mit Danae zu stören.
Perseus tötete den Polidectes nebst dessen Gefolge durch das Haupt der Medusa, befreite seine Mutter und zog sich mit Andromeda in ein friedliches und harmonisches Familienleben zurück. Die beiden bekamen viele Kinder. Eine Enkelin von Perseus und Andromeda war Alkmene, die zur Mutter des Herkules wurde.
König Ancrisius freute sich über den Ruhm und das große Glück, welches die Gunst der Götter seinem Enkel Perseus beschert hatte. Seinem vom Orakel verkündeten Schicksal entkam er dennoch nicht. Als er ein fröhliches Sportfest besuchte, an welchem auch diverse Helden ihre Künste als Diskuswerfer präsentierten, traf ein von Perseus geschleuderter Diskus den König so unglücklich am Kopf, dass Ancrisius starb.
Andromeda, Cassiopeia, Kepheus und Pegasus stehen nahe bei Perseus als Sternbilder am Himmel.
Das Sternbild Perseus ist von Mitteleuropa aus das ganze Jahr zu sehen. Es befindet sich zwischen den Sternbildern Giraffe, Cassiopeia, Dreieck, Widder, Stier und Fuhrmann. Mit einer Fläche von 615 Quadratgrad nimmt es unter den 88 Sternbildern den 24. Rang ein.
Der hellste Stern im Perseus ist Mirfak (Alpha Persei). Dieser 1,8m helle Stern stellt im Sternbild den rechten Ellenbogen des Perseus dar. Mirfak ist ein Riesenstern der Spektralklasse F5, der mit 4000 Sonnenleuchtkräften strahlt und ca. 540 Lichtjahre von uns entfernt ist. Betrachtet man Mirfak im Fernglas, sieht man ihn von zahlreichen hellen, blauweißen Sternen umgeben, dem Sternenhaufen Melotte 20. Ca. 4,6° nordwestlich von Mirfak liegt der 2,9m helle Algenib (Gamma Persei). Algenib ist ca. 150 Lichtjahre entfernt und ist ein sehr enger Doppelstern, der Abstand der Partner beträgt maximal 0,4 Bogensekunden. Ca. 3° südöstlich von Mirfak liegt der 3m helle Delta Persei, auch er ist ein blauer Riesenstern mit 1700 Sonnenleuchtkräften, in 560 Lichtjahren Entfernung. Ca. 8° südsüdöstlich von Delta liegt der 2,9m helle Epsilon Persei, auch er ist ein Blauer Riese mit 2500 Sonnenleuchtkräften. Epsilon ist ein Doppelstern, sein 8m heller Partner steht im Abstand von neun Bogensekunden. Ca. 8°südlich von Epsilon liegt Zeta Persei. Zeta stellt den Fuß des Perseus dar und ist ein Blauer Riese mit 6500 Sonnenleuchtkräften, ca. 1000 Lichtjahre entfernt. Zeta ist der Hauptstern einer Gruppe leuchtkräftiger blauer Sterne, deren gemeinsame UV-Emission eine ausgedehnte Wasserstoffwolke zum Leuchten anregt, die unter dem Namen "California-Nebel" bekannt ist. Algol (Beta Persei) liegt 9.3° südlich von Mirfak. Algol ist ein bekannten Veränderlichen Stern: Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden von 2,1m auf 3,5m ab, denn Algol ist ein Doppelstern, dessen unterschiedlich helle Partner einander von unserem Standort aus betrachtet regelmäßig verdecken. Algol stellt im Sternbild Perseus das grauenvolle Haupt der Medusa dar.
Fünf Grad nordwestlich von Algol zeigt ein Fernglas den ausgedehnten Offenen Sternhaufen M34. Für eine Beobachtung mit dem Teleskop ist M34 schon fast zu groß, mit dem Teleskop erkennt man in M34 jedoch einige schöne Doppelsterne. 3,6° südlich von M34 kann man im Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die kleine Galaxie NGC 1023 entdecken. Ca. 2,2° ostnordöstlich von Algol liegt die elliptische Galaxie NGC 1275. Sie ist die hellste Galaxie des "Perseus 1" Galaxienhaufens und ca. 200 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Man braucht einen dunklen, klaren Himmel und ein Fernrohr ab 8 Zoll Öffnung, um diese Galaxie am Okular wahrnehmen zu können.
Auf der Mitte einer Linie von Ruchba (Delta Cassiopeiae) nach Gamma Persei liegen die beiden prächtigen Sternenhaufen "h und chi", die schon zu den Zeiten des Ptolemäus als "kleine Wölkchen" bekannt waren. In jedem Fernrohr und Fernglas, das ein großes Gesichtsfeld bietet, präsentieren sich diese beiden Sternenhaufen sehr eindrucksvoll. Ein weiterer Offener Sternhaufen ist NGC 1245, der 3° südlich von Mirfak zu finden ist. Bei der Beobachtung von NGC 1245 muss man Fernrohre größerer Öffnung einsetzen und hoch vergrößern, da der Haufen klein ist und viele schwache Sterne enthält.
Ca. 8° östlich von Mirfak liegt der helle Offene Sternhaufen NGC 1528. Er wird auch bei niedrigen Vergrößerungen im Fernrohr leicht in Einzelsterne aufgelöst. Etwas schwieriger kann manchmal die Beobachtung von NGC 1513 sein. Dieser Offene Sternhaufen zeigt im Fernrohr bei höheren Vergrößerungen eine ringförmige Anordnung schwacher Sterne.
Auf der Mitte der Linie von Algol nach Zeta Persei liegt der Offene Sternhaufen NGC 1342. Dieser Sternhaufen sollte in kleineren Fernrohren mit höheren Vergrößerungen beobachtet werden, damit auch seine schwächeren Sterne aufgelöst werden können.
An der Grenze zum Sternbild Andromeda liegt der "Kleine Hantelnebel" M76. Wir finden ihn am einfachsten ausgehend vom 2,3m hellen Alamak (Gamma Andromedae). Wir schwenken unser Fernrohr von Alamak in Richtung auf Gamma Cassiopeia und stoßen hierbei nach 7,5° auf den 3,5 m hellen rötlichen Stern 51 Andromedae, zwei Grad weiter nördlich von 51 Andromedae liegt der 4m helle, weiße Phi Persei. Ein Grad nördlich von Phi liegt M76. Bei dunklem Himmel ist dieser kleine Planetarische Nebel auch schon im kleinen Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen zu sehen. M76 erscheint rechteckig.

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