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Das Sternbild Schild - Scutum - Abk. Sct

Sternbild Schild


Das Sternbild Schild ist ein kleines und unauffälliges Sternbild des Sommerhimmels. Es liegt mitten in der Milchstraße zwischen den drei klassischen Sternbildern Adler, Schütze und Schlange. In der Region, in der es liegt, gibt es keine hellen Sterne. Für Astronomen der Antike und auch lange danach war sie daher völlig uninteressant.
Erst mit der Erfindung des Fernrohrs und dem Einsatz dieses Geräts bei der Beobachtung des Nachthimmels wurde diese Region interessant, für die dort im Fernrohr nun sehr gut sichtbaren Sterne musste ein neues Sternbild definiert werden.

Das Sternbild Schild wurde von dem polnischen Astronomen Johannes Hevel erfunden. Es taucht erstmals in seinem im Jahre 1690 herausgegebenen astronomischen Kartenwerk Firmamentum Sobiescianum auf. Bekannt ist Johannes Hevel unter seinem lateinisierten Namen Johannes Hevelius.
Der lateinische Name, den Johannes Hevel seinem neuen Sternbild gab, lautet "Scutum Sobiescii", zu Deutsch "Schild des Sobieski". Heute wird das Sternbild nur noch schlicht "Scutum" genannt.
Mit dem Sternbild wollte Johan Hevel den polnischen König Jan III Sobieski ehren, nachdem dieser im Jahre 1683 bei der Schlacht am Kahlenberg die Stadt Wien von den türkischen Belagerern befreit hatte. Diese Schlacht beendete die militärische Expansion des Türkischen Sultanats in Europa und nahm eine Last von den Herzen des christlichen Europas. Zudem hatte Jan Sobieski die astronomischen Arbeiten von Johannes Hevel stets wohlwollend gefördert.

Das Sternbild Schild ist mit seiner Fläche von nur 105 Quadratgrad das fünftkleinste Sternbild am Himmel. Sein hellster Stern Alpha ist ein 3,8 m heller Roter Unterriese mit 130 Sonnenleuchtkräften. Beta Scuti ist 4,3 m heller Riesenstern in 690 Lichtjahren Entfernung. Delta Scuti ist ein Dreifachsystem, dessen hellste Komponente ein kurzperiodisch veränderlicher Stern ist. Nach diesem Stern wurde die Klasse der "Delta-Scuti-Veränderlichen" benannt.
Ca. 1° südlich von Beta Scuti liegt der langsam halbregelmäßig veränderliche Stern R Scuti. Seine Helligkeit schwankt zwischen 5 m und 8 m, wobei mehreren Minima von 6 m stets ein tieferes Minimum von unter 8 m folgt. R Scuti ist ein Überriese der Spektralklasse G7, im Minimum zeigt das Spektrum Merkmale, die für das Spektrum Roten Riesen typisch sind.

Ein beeindruckendes Deep-Sky-Objekt im Sternbild Schild ist der Offene Sternhaufen M11. Er ist bereits im Fernglas zu erkennen, wird aber erst in Fernrohren ab 4 Zoll Öffnung aufgelöst und zeigt darin Hunderte dicht gedrängte, winzige Sternpunkte. M11 ist auch als "Wildentenhaufen" bekannt.
2,5° südlich von M11 kann man im Fernrohr den kleinen Kugelsternhaufen NGC 6712 beobachten. Ca. 2° südwestlich von NGC 6712 finden wir im Fernglas den Offenen Sternhaufen M26.
Das Himmelsareal unmittelbar südlich von M11 enthält eine ausgedehnte Milchstraßenwolke aus unzähligen Sternen, die als "Schildwolke" bekannt ist. Diese Stelle bietet uns am Himmel einen von Dunkelwolken weitgehend unverstellten Blick auf dichte Sternenmassen, die in einer Entfernung von über 20000 Lichtjahren in der Nähe des Milchstraßenzentrums liegen. Teils scharf umgrenzt von ausgedehnten Dunkelwolken und durchsetzt mit Offenen Sternhaufen, bietet das ganze Areal bei dunklem, klarem Himmel im lichtstarken Fernglas einen umwerfenden Anblick.
Ca. 7° östlich vom 4,2 m hellen Stern Zeta Scuti kann man in Fernrohren ab acht Zoll und Vergrößerungen ab 100fach den kleinen Kugelsternhaufen NGC 6712 beobachten.

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