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Das Sternbild Schlangenträger - Lat. Ophiuchus - Abk. Oph
Das Sternbild Schlangenträger liegt südlich des Sternbilds Herkules und nördlich des Sternbilds Skorpion. Südwestlich des Schlangenträgers befindet sich das Sternbild Waage, westlich erstreckt sich der vordere Teil des Sternbilds Schlange (auch "Serpens Caput" genannt). Im Nordosten des Schlangenträgers liegt das Sternbild Adler, im Osten der hintere Teil des Sternbilds Schlange ( auch "Serpens Cauda" genannt). Im Südosten des Sternbilds Schlangenträger befindet sich das Sternbild Schütze. Der Schlangenträger nimmt am Himmel somit eine zentrale Position mitten zwischen alten, klassischen Sternbildern ein.
Das Sternbild Schlangenträger ist seit der frühen griechischen Antike bekannt. Es stellt Asklepios dar, den Sohn des Apoll. Der weise Zentaur Cheiron bildete den jungen Asklepios auf Apolls Wunsch hin in der Heilkunst aus. Asklepios wurde ein so exzellenter Heiler, dass er sogar lernte, wie manTote wieder zum Leben erwecken kann. Als Asklepios bei König Minos auf Kreta zu Besuch war, fiel dessen jüngster Sohn beim Spielen in einen riesigen Vorratskrug voller Honig und ertrank darin. Während bei der Trauerfeier alle den Tod des Knaben beweinten, kroch eine große Schlange auf den kleinen Leichnam zu. Asklepios erschrak und erschlug die Schlange, aber eine zweite Schlange kam mit einem Heilkraut im Maul herbei gekrochen, berührte die getötete Schlange mit dem Kraut und diese wurde dadurch wieder lebendig. Der staunende Asklepios berührte mit dem Kraut nun den toten Knaben, und auch dieser wurde wieder lebendig, und Asklepios wurde berühmt. Hades, der Gott der Unterwelt, sah es hingegen gar nicht gern, dass Asklepios Tote zum Leben erwecken konnte, denn er sorgte sich, das könnte Schule machen und den schönen Zustrom der Toten in sein Reich beenden. Deshalb beklagte er sich bei seinem Bruder Zeus über das drohende Aus für die Unterwelt und die drohende Überbevölkerung der Welt der Lebenden. Zeus tötete Asklepios deshalb mit einem Blitz, und damit war der Fortbestand der Unterwelt gesichert. Apoll hingegen ließ sich diesen Mord an seinem Sohn durch Zeus nicht gefallen, sondern erschlug voller Wut die drei Zyklopen, die für Zeus die Blitze schmiedeten. Um sich wieder mit Apoll zu versöhnen, versetzte Zeus den Asklepios gemeinsam mit der Schlange an den Himmel und machte beide so unsterblich. Das Sternbild Schlangenträger bedeckt am Himmel eine Fläche von 948 Quadratgrad. Unter den 88 Sternbildern rangiert das Sternbild Schlangenträger damit flächenmäßig an 11. Stelle. Nimmt man das Sternbild Schlange mit seinen 637 Quadratgrad dazu, ist diese Kombination deutlich größer als Hydra, das größte Sternbild des Himmels. Der Schlangenträger enthält mehrere Sterne zweiter und dritter Größe. Er enthält viele Kugelsternhaufen, schöne Doppelsterne und offene Sternhaufen. Diese Objekte sind fast alle schon im Fernglas und im kleinen Fernrohr gut zu sehen. Dennoch scheint der Schlangenträger nicht sehr häufig beobachtet zu werden. Das liegt vor allem daran, dass er im Juni kulminiert, wenn der Nachthimmel für eingehende Beobachtungen zu hell wird und die Nacht so kurz ist, dass die Beobachtungsmöglichkeiten dadurch eingeschränkt werden. In den Monaten vorher oder nachher, wo Amateurastronomen häufiger und länger beobachten, ist der Schlangenträger oft entweder noch nicht richtig aufgegangen oder bereits wieder dem Untergehen nahe. Man muss sich mit den geeigneten Beobachtungszeiten für den Schlangenträger vertraut machen und die Gelegenheiten in den Monaten Juni, Juli und August nutzen, um die Objekte im Schlangenträger und der Schlange zu beobachten. Die Sterne des Schlangenträgers Der mit 2,1 m hellste Stern des Schlangenträgers ist Rasalhague (Alpha Ophiuchi), er liegt im Norden des Sternbilds und stellt den Kopf des Schlangenträgers dar. Rasalhague hat die Spektralklasse A5, ist 60 Lichtjahre entfernt und verfügt über 40 Sonnenleuchtkräfte. Die beiden Sterne Cheleb (Beta Ophiuchi) und Kappa Ophiuchi bilden die Schultern des Schlangenträgers. Cheleb und Kappa sind beide rote Unterriesen mit über 100 Sonnenleuchtkräften. Cheleb liegt ca. 8° südöstlich von Rasalhague, Kappa finden wir ca. 9° südwestlich von Rasalhague. Sabik (Eta Ophiuchi) "die nacheilende Hand" und Yed Prior (Delta Ophiuchi) "die voreilende Hand" repräsentieren die beiden kräftigen Hände des Schlangenträgers. Der Südteil des Sternbilds wird von der Milchstraße durchzogen und ist sehr reich an Sternenwolken und Dunkelwolken. Diese Region bietet bei klarem, dunklem Himmel nicht nur im Fernglas einen beeindruckenden Anblick 6° südöstlich von Cheleb liegt 70 Ophiuchi, ein schöner Doppelstern. Die beiden rötlichen Partner umkreisen einander einmal in 85 Jahren. Auch 72 Ophiuchi, 7,6° nordöstlich von Cheleb, ist ein markanter Doppelstern. Die beiden 3,7 m und 7,5 m hellen Partner erscheinen gelb und orange. Ca. 1° nördlich von Cheleb liegt der offene Sternhaufen IC 4665. Er ist ein schönes Fernglasobjekt. Schwenkt man von Cheleb 11,2° nach Osten, stößt man auf den markanten offenen Sternhaufen NGC 6633. Der Schlangenträger enthält 20 Kugelsternhaufen, mehr als jedes andere Sternbild. Die hellen Kugelsternhaufen M10, M12 und M14 sind bereits im Fernglas zu sehen. M12 liegt 8,3° nordöstlich von Yed Prior. M10 finden wir 10° östlich von Yed Prior. M14 liegt ca. 8° südlich von Cheleb. Zehn Grad südlich von Sabik liegt M19, dieser Kugelsternhaufen ist deutlich oval. Die Region südlich von Sabik enthält fast ein Dutzend Kugelsternhaufen. Der helle Planetarische Nebel NGC 6572 liegt 7,5° ostnordöstlich von Cheleb. In Fernglas und im kleinen Teleskop ist dieser helle, aber kleine Nebel nicht von einem der zahlreichen Sterne seiner Umgebung zu unterscheiden. Setzt man jedoch ein OIII-Filter ein, werden alle Fixsterne im Feld abgedunkelt, aber NGC 6572 ist nun hell zu sehen. Das Sternbild Schlangen - Lat. Serpens (Caput) - Abk. Ser
Das Sternbild Schlange stellt die Schlange des Asklepios dar. Auch heute noch ist diese Schlange als eine sich um einen Stab windende "Äskulapschlange" ein bekanntes Gesundheitssymbol.
Das Sternbild Schlange ist das einzige Sternbild am Himmel, das in zwei Teile geteilt ist. Zwischen den beiden Teilen der Schlange befindet sich der Schlangenträger. Der westliche Teil wird als "Serpens Caput" (Haupt der Schlange) bezeichnet. Es bedeckt am Himmel eine Fläche von 429 Quadratgrad. Der schräg nach Nordwesten gerichtete Hals der Schlange wird durch die Sterne Unukalhai (Alpha Serpentis), My Serpentis und Delta Serpentis gebildet. Die Sterne Beta Serpentis, Gamma Serpentis und Kappa Serpentis stellen den kleinen, dreieckigen Kopf der Schlange dar. Delta Serpentis am "Nacken" der Schlange ist ein schöner Doppelstern: Die beiden gleich hellen Partner erscheinen weiß. 7,6° südwestlich von Unukalhai liegt der 5,7 m helle Kugelsternhaufen M5. Schon ein dreizölliges Fernrohr kann diesen Kugelsternhaufen sehr eindrucksvoll in einzelne Sterne auflösen. Der östliche Teil des Sternbilds Schlange heißt "Serpens Cauda" und bedeckt am Himmel eine Fläche von 208 Quadratgrad. Er liegt östlich des Schlangenträgers und stellt den nach Nordosten gerichteten Schwanz der Schlange dar. Der wird durch die Sterne My Serpentis, Xi Serpentis, Eta Serpentis und schließlich Alya (Theta Serpentis) als Schwanzspitze markiert. Alya ist ein hübscher Doppelstern für kleine Fernrohre. Beide Partner sind gleich hell und weiß. Ein weiteres schönes Objekt im Schwanz der Schlange ist der offene Sternhaufen M16, der "Adlernebel". Man findet ihn ca. 11° südlich von Eta serpentis bzw. 10° östlich von Xi Serpentis. Schon ein kleines Fernrohr zeigt hier über zwanzig markante Sterne auf einer Fläche von 10 Bogenminuten Durchmesser. Dass dieser Sternhaufen auch einen Gasnebel enthält, kann man im mittelgroßen Fernrohr nur bei dunklem, klarem Himmel und niedriger Vergrößerung erkennen, oder leichter mit einem UHC-Filter. Dem Hubble Space Teleskop und der ESO-Sternwarte auf dem Paranal in Chile verdanken wir sehr beeindruckende Aufnahmen dieses Nebels. |
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