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Das Sternbild Schätze - Sagittarius - Abk. Sgr

Sternbild Schütze


Das Sternbild Schütze gehört zu den 48 klassischen Sternbildern der Antike. Es ist ein Tierkreissternbild und war als solches schon seit dem Anbeginn der Menschheitsgeschichte von besonderer Bedeutung, weil Sonne, Mond und die Planeten regelmäßig durch das Sternbild wandern.
Die Wurzeln des Sternbilds reichen bis in die Anfänge der geschriebenen Geschichte zurück. Die Menschen in Sumer verehrten zwei Wesen, die sie die Girtablulu nannten. Diese hatten Oberkörper wie Menschen und einen Unterleib und einen Stachel wie ein Skorpion, beide wurden als Bogenschützen dargestellt. In der Mythologie der Sumerer bewachten die Girtablulu den Eingang zum Mashu-Gebirge, den der Sonnengott täglich morgens und abends durchwanderte. Diesen Wesen waren die Sterne unserer heutigen Sternbilder Schütze und Skorpion zugeordnet. Dieses Himmelsareal teilten die Akkader um 2600 v Chr bei der Festlegung des Tierkreises in das Sternzeichen Girtab (Skorpion) und das Sternzeichen Pa (Schütze) auf. 1400 Jahre später nannten die Babylonier das Sternbild im Schützen PA BIL DAG.
Über Persien und Phönizien kam neben babylonischen Waren auch das astronomische Wissen der Babylonier nach Griechenland. Die Griechen nahmen die Sternbilder der Babylonier auf und deuteten sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach um. Einige sahen im Schützen einen Zentauren mit Bogen, einige ohne Bogen. Andere sahen den Schützen nicht als Zentauren, sondern als Krotos, den Sohn des Pan und der Nymphe Eupheme. Krotos galt als der Erfinder des Bogenschießens, wie sein Vater Pan hatte er zwei Beine und einen kräftigen Schwanz. Vor allem war Krotos ein lebensfroher und tatkräftiger Geselle, der das Singen und die Künste liebte und gerne in der Gesellschaft der Musen war. Aus Begeisterung für ihre Darbietungen erfand er den Applaus. Von dieser Erfindung waren wiederum die Musen so begeistert, dass sie ihm einen Ehrenkranz zu Füßen legten und Zeus baten, Krotos als Sternbild an den Himmel zu versetzen. Auf diese Weise kamen die Sternbilder Schütze und Südliche Krone (welches den Kranz der Musen darstellt) an den Himmel. Auf den späteren Darstellungen des Sternbilds Schütze setzte sich die Vorstellung vom vierbeinigen Zentauren mit Bogen wieder durch.

Mit seiner Fläche von 867 Quadratgrad nimmt das Sternbild Schütze unter den 88 offiziellen Sternbildern den 15. Rang ein. Im Osten grenzt es an die Sternbilder Steinbock und Mikroskop, im Süden an die Sternbilder Indus, Teleskop und Südliche Krone, im Westen an den Skorpion und den Schlangenträger und im Norden an den Schwanz des Sternbilds Schlange, das Sternbild Schild und das Sternbild Adler. Von Mitteleuropa aus sind die Sternbilder Mikroskop, Indus, Teleskop und Südliche Krone sowie der südlichste Bereich des Schützen im Horizontdunst kaum zu beobachten oder bleiben hinterm Horizont verborgen.

Im Schützen findet die Wintersonnenwende statt. Von allen Tierkreissternbildern hat der Schütze die südlichste Deklination. Daher liegt er sehr horizontnah, was die Beobachtung schwierig macht, weil der Horizontdunst die Beobachtung stören kann. Bei der Beobachtung des Schützen muss man erhöhte Beobachtungsplätze mit freiem Blick nach Süden aufsuchen. Zum Ausgleich für diesen Aufwand bietet das Sternbild viele sehenswerte Himmelsobjekte.

Die hellsten Sterne des Sternbilds Schütze sind am Himmel in einer Weise angeordnet, die an den Umriss einer bauchigen Teekanne mit Deckel erinnert. Daher trägt das Sternbild in Amerika die Bezeichnung „teapot“. Der Stern Nash (Gamma Sagittarii) bildet die Spitze der Ausgusstülle, Epsilon, Delta, Phi, Sigma und Zeta bilden den Körper den Kanne, und Lambda die Spitze des abgeflachten Kannendeckels.
Ist der Nachthimmel dunkel und klar, kann man im Schützen ca. 2,5° nordöstlich von Lambda mit bloßem Auge einen Lichtschimmer erkennen. Das ist M22, der hellste Kugelsternhaufen, der von der Nordhalbkugel aus sichtbar ist. Schon im kleinen Fernrohr kann man M22 bei höherer Vergrößerung mühelos in einzelne Sterne auflösen.
Ca. 0,5° nordwestlich von Nash stoßen wir auf zwei weitere, kleinere Kugelsternhaufen: NGC 6522 und NGC 6528. Auch sie sind schon im kleinen Fernrohr erkennbar, aber nur in Fernrohren größerer Öffnung lassen sie sich in Einzelsterne auflösen.
Ca. 6° nördlich von Nash stoßen wir auf M8, den berühmten „Lagunennebel“. Dieser Nebel ist zuweilen schon mit dem bloßen Auge sichtbar. Im lichtstarken Fernglas zeigt M8 eindrucksvolle Dunkelwolken, in welche der Offene Sternhaufen NGC 6530 eingebettet ist. Im Fernrohr bietet NGC 6530 zahlreiche nadelfeine Sterne. Ca. 1,5° nordwestlich von M8 liegt der „Trifidnebel“ M20. Schon im kleinen Fernrohr zeigt er sich als eine leuchtende Nebelwolke, die von dunklen Staubbändern in drei Teile aufgespaltet erscheint. Ca. 5° nördlich von My Sagittarii liegt der Galaktische Nebel M17. Der Nebel ist auch als „Schwanennebel“ oder „Omeganebel“ bekannt und einer der hellsten Emissionsnebel am Himmel. Das Sternbild Schütze enthält die Zwerggalaxie NGC 6822, die auch als Barnards Galaxie bekannt geworden ist. Ist der Himmel klar und dunkel, kann diese 700000 Lichtjahre entfernte Galaxie schon in einem mittelgroßen Fernrohr mit Weitwinkelokular bei niedrigen Vergrößerungen wahrgenommen werden.

Zwischen dem Lagunennebel M8 und dem Schwanennebel M17 liegt die Milchstraßenwolke M24, die am besten mit dem Fernglas zu beobachten ist. Im Fernrohr findet man im Norden von M24 den Offenen Sternhaufen NGC 6603. Östlich von M25 liegt der Offene Sternhaufen M25, er enthält viele helle Sterne und ist in kleinen Fernrohren gut zu beobachten.
In der Richtung des Schützen liegt das Zentrum unserer Milchstraße. Da man dieses Zentrum dadurch lokalisiert hat dass man die Bewegung der Kugelsternhaufen analysiert hat, die es umkreisen, kann man im Sternbild Schütze auch in kleinen Fernrohren ein Dutzend Kugelsternhaufen beobachten, sofern der Himmel ausreichend dunkel und klar ist. Hierzu zählen z. B. die Messier–Objekte M28, M54, M55, M56, M28, M69, M70, M75.

Kein Sternbild am Himmel kann die Pracht der Milchstraße besser zeigen als das Sternbild Schütze. In einer klaren Sommernacht ist die Beobachtung des Sternbilds mit jedem lichtstarken Fernglas und Fernrohr ein Genuss.

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